• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, XishuangbannaMenglaYiwu
  • Jahrgang: 2020
  • Form: Bingcha, 250g
  • poetischer Name: KongShanYouYunGuShu (空山幽韵古树)
  • pu-erh.sk

(Original 27.08.2023)
Nach dem sehr schönen 2022er Rareness 5 gestern bietet sich ein Vergleich zum 2020er Rareness 5 an, solange die Eindrücke noch frisch sind. Auch beim 2020er handelt es sich analog zur 2022er und 2019er Version um die Gushu-Variante und nicht um die Gaogan-Variante wie bei dem 2021er und dem 2022er Rareness 5 Gaogan. Eine Besonderheit bei der 2020er Version ist, dass sie es in dem etwas chaotischen Jahr 2020 nicht mit den damals veröffentlichten Shengs (Mansong, Lao Mansa, Mansa (mit Pangxiejiao) und Rareness 6) nach Europa geschafft haben sondern wie der 2020er Huazhu und der 2020er Bada erst dieses Jahr hier angekommen sind - hat also auch schon etwas China-Storage als Vorsprung.
Optisch sieht man es dem Bing nicht an: das Blatt ist ebenfalls sehr hübsch und dunkel - allenfalls die Pressung scheint mir (analog zu den anderen 2020ern) etwas fester zu sein als bei dem 2022er Rareness 5 aber das variiert natürlich von Bing zu Bing etwas und kann daher nur Zufall sein. Aber bereits beim Aroma des nassen Blatts wird klar, dass sich die beiden Tees deutlich voneinander unterscheiden: weniger Urin als beim 2022er und vor allem nicht so "schwül" sondern trockener im Charakter - dafür ist eine leicht scharfe Note wahrnehmbar. Diese ist auch auf der Geschmacksebene der deutlichste Unterschied zum 2022er: bei ordentlicher Dosierung (what else) hat diese einen leicht alkoholisch anmutenden Charakter wie für eine sich sehr gut und unter trockenen Bedingungen entwickelnde Fermentation typisch (dazu hatte ich auch bei dem 2011er Manzhuan kurz etwas geschrieben) welche dem 2020er mehr "Biss" verleiht als dem 2022er. Auch der eher trockene statt schwüle Charakter setzt sich hier fort was mir vor allem auch Auswirkung auf die Textur hat, denn diese scheint deutlich weniger schwer zu sein als beim 2022er. Man merkt dem Tee die 2 Jahre Unterschied deutlich an: die Süße lässt länger auf sich warten und die Unterschiede im Charakter sind sehr markant, was man nicht nur auf leichte Änderungen in der Produktion schieben kann - denn auch wenn er mir einen Tick grüner produziert zu sein scheint als der 2022er ist der 2020er doch deutlich weniger grün als der 2019er. Wenn man es nicht weiß, würde man anhand dieser Metriken nur bedingt erkennen können, dass es sich um den selben Tee mit nur 2 Jahren Abstand handelt - schaut man allerdings tiefer zeigen sich deutliche Parallelen im spezifischen Charakter des Qis und der Tiefenwirkung des Tees, auch wenn letztere etwas weniger stark wahrnehmbar ist als beim 2022er, da der Tee etwas verschlossener (geworden?) ist. Es ist unverkennbar ein Rareness 5 - und obwohl ich über die Jahre einige andere wirklich hervorragende Tees kennen lernen durfte, keiner catcht mich so wie der Rareness 5! Daher freue ich mich um so mehr über all die verschiedenen Versionen und Jahrgänge und es ist eine wahre Freude, die Unterschiede zu erleben :-)
Bewertung: 6-Sterne

(Update 05.10.2025)
Letztes Wochenende hatte Peter eine ganze Reihe unterschiedlicher Rareness 5 Versionen sowie 2015er Varianten des 2016er Rareness 3 und 2016er Rareness 2 dabei, die bisher in Jinghong gelagert haben (ein Wochenende mit ausschließlich großartigen Tees 🤩). Abgesehen davon, dass es immer wieder schön ist, mit solch netten Menschen zusammen Tee zu trinken (oder sollte ich sagen verrückten? zwei sind extra aus der Slovakei angereist und auch die deutschen Gäste hatten zum Teils eine ziemlich weite Anfahrt - und das "nur" um Tee zu trinken 😅), ist es natürlich auch super spannend, die Lagerung in Jinghong mit der Lagerung in der EU zu vergleichen (bis auf die beiden 2015er Rareness-Varianten habe ich alle Rareness 5 Versionen da) - daher fange ich mal mit dem ältesten, dem 2020er an (vom 2019er gibt es keine Jinghong-Storage Version). Tatsächlich ist der Unterschied hier aber "nur" 2 Jahre, da in dem Chaos-Jahr 2020 der Rareness 5 nicht direkt beim Release von Peter's China-Shengs dabei war sondern erst in 2023 in die EU kam (und vorher ebenfalls in Jinghong gelagert hat), daher kenne ich diese Rareness 5 Version ausnahmsweise nicht ganz frisch. Daher ist der Unterschied hier auch nicht ganz so groß: sowohl EU- als auch Jinghong-Storage haben einen sehr ähnlichen Stand, die Jinghong-Version hat noch einen etwas mehr ausgeprägten Storage-Charakter, der bei meinem Bing inzwischen schon verflogen ist - beides sind schwere, dunkle Tees die eine ausgeprägte Bitterkeit haben, wenn man sie kräftig brüht (da soll noch jemand sagen, Yiwu sei zahm!). Dazu trägt auch das Zhuni-Kännchen von Chen Tu Gen (陳兎根) und Porzellan Pitcher (von Matteo) und Teeschälchen (einmal ebenfalls von Matteo und einmal von Jan Pavek) bei: hier wird nichts abgerundet sondern im Falle von Matteos Schälchen eher noch verstärkt! Toller Tee, der mich zusammen mit den anderen Rareness 5 Versionen hoffentlich noch lange begleitet.

2020 Rareness 5 (prSK) trockenes Blatt und Bing

2020 Rareness 5 (prSK) Details trockenes Blatt

2020 Rareness 5 (prSK) erster Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) zweiter Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) Details Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) dritter Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) späterer Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) deutlich späterer Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) wenn der Deckel nicht mehr ganz zu geht stimmt die Dosierung ;-)

2020 Rareness 5 (prSK) viel späterer Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) Details nasses Blatt

2020 Rareness 5 (prSK) Update (05.10.2025): trockenes Blatt Jinghong-Storage

2020 Rareness 5 (prSK) Details trockenes Blatt

2020 Rareness 5 (prSK) erster Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) späterer Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) Details Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) deutlich späterer Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) viel späterer Aufguss

2020 Rareness 5 (prSK) Details nasses Blatt

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