• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Mansa, Zhangjiawan
  • Jahrgang: 2020
  • Form: Bingcha, 250g
  • Besonderheit: Jahrgangsübergreifender Blend mit Pangxiejiao
  • pu-erh.sk

Nach dem Rareness 6 war ich dieses Jahr am meisten auf den "normalen" Mansa gespannt, da Peter dieses mal in Anlehnung an die "oldschool" Shengs von Tongqing Hao wie dem Jianzhuang 269 Years Commemorative Tea "crab's feet" (oder auf Deutsch Krabbenscheren) mit reingemischt hat. Pangxiejiao (旁鞋脚) wie Krabbenscheren auf Chinesisch heißen ist eine parasitär wachsende Pflanze in subtropischen Regionen wie Yunnan, die in der traditionellen Chinesischen Medizin Verwendung findet - für sich allein schmecken Krabbenscheren leicht süßlich, sind aber natürlich kein richtiger Tee, daher eher wenig spannend. Da aber manche in der Zugabe von 10-15% Krabbenscheren die "Geheimzutat" bei manchen Shengs der "Masterpiece Era" vermuten und bei dem erwähnten TQH definitiv vorhanden ist, war ich sehr gespannt, wie sich das auf diesen Tee auswirkt.
Bei dem Tee an sich handelt es sich um Tee von der selben Familie aus Zhangjiawan wie bei Peters Mansa-Produktionen der vergangenen Jahre - wenn ich das richtig sehe jedoch um Maocha von 2019 (evtl. auch 2018) und 2020, wobei der 2020er Anteil doppelt so hoch ausfällt. Dennoch wirkt der Tee überraschend alt: bei einer Blindverkostung hätte ich ihn auf mindestens 5 Jahre geschätzt. Auch wenn das nasse Blatt einen durchaus intensiven Duft nach tiefem Wald und einem hezhaft-süßen Nachtisch hat, ist der Tee geschmacklich eher dezent: gegenüber dem überraschend scharfen 2019er Mansa ist dieser Blend deutlich gemütlicher und runder - eine leicht herbe Bitterkeit ist zwar schon auch vorhanden aber es dominiert doch eine leichte Süße - die aber vermutlich durch die Krabbenscheren etwas herzhaftes hat (besonders beim 2. - 4. Aufguss schmeckt und riecht man die Krabbenscheren recht deutlich) und der gesamte Tee so durchaus recht "oldschool" wirkt. Auch wenn es sicher kein Tee ist, den man nur des Geschmacks wegen trinken würde gefällt mir dieser herzhafte, weiche Charakter sehr gut - gut dass der Tee auch ein schönes Qi bietet, das sich ähnlich wie beim Rareness 6 im Kopf manifestiert (wenn auch nicht so extrem stark), dann aber abfließt was nochmals den entspannten Charakter des Tees unterstreicht. Definitiv kein "Hochglanz-Sheng" mit klinisch-reiner Produktionsqualität oder ein "spannender" Sheng, bei dem es viele verschiedenen Facetten und Farben zu entdecken gibt - im Vergleich wirkt dieser Tee eher wie ein verwildertes Gestrüpp als wie ein gepflegter Baum, eher wie Hausmannskost als wie Haute Cuisine, eher wie ein alter Sack als wie eine hübsche Prinzessin - und daher gefällt er mir sehr gut! Sicher, er ist nicht so beeindruckend wie es die 2019er Version letztes Jahr war, aber es ist ein Tee um sich zu Hause zu fühlen - schöne Sache, ich kann Peter hier nur zustimmen: das Experiment ist gelungen!
Bewertung: 5-Sterne

2020 Mansa (prSK) trockenes Blatt und Bing

2020 Mansa (prSK) Details Bing

2020 Mansa (prSK) erster Aufguss

2020 Mansa (prSK) zweiter Aufguss

2020 Mansa (prSK) dritter Aufguss

2020 Mansa (prSK) späterer Aufguss

2020 Mansa (prSK) deutlich späterer Aufguss

2020 Mansa (prSK) viel späterer Aufguss

2020 Mansa (prSK) Details nasses Blatt

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