- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Yiwu
- Jahrgang: 2025
- Form: Bingcha, 250g
- poetischer Name: KongShanYouYun (空山幽韵)
- Pu-erh.sk
Nach dem Laobanzhang war klar, dass als nächstes die diesjährige Version des Rareness 5 auf dem Programm steht: hierbei handelt es sich um die "normale" Version, d.h. eine Mischung aus Gushu- und Gaogan-Material wie bei den beiden 2019ern (Frühjahr und Herbst), der nachträglich veröffentlichten 2020er Version, einer der beiden 2022er Versionen (in dem Jahr gab es auch getrennt noch die reine Gaogan-Version zu kaufen, wohingegen es 2021 nur die reine Gaogan-Version gab). Das ist deshalb eine extrem wichtige Info, da die beiden Varianten sehr unterschiedlich sind - 2022 war da das perfekte Jahr um das zu erleben, da es das einzige war, in dem beide Varianten erhältlich waren (wir hatten in Rasa zwar auch eine reine Gaogan-Version von diesem Jahr probiert aber die gibt es leider nicht zu kaufen) - wie die vorherigen Versionen stammt das Material aus dem Staatswald (Guoyoulin (国有林)) von Yiwu aber die genaue Position im Dschungel wird nicht verraten. Und da ich beim LBZ schon vom Wrapper geschwärmt habe auch hier ein kleiner Hinweis: in der Mitte wo eigentlich die Herkunftsregion genannt ist steht hier Kong Shan You Yun (空山幽韵) was so viel heißt wie "The delight of elegant reclusion in an unoccupied/empty mountain" und rechts daneben Gushu Danzhu Zhenpin (古树单株珍品), was so viel heißt wie "Ancient Trees Single Tree Treasure" - wenn das mal keine Ansage ist (mit wie für Chinesisch viel Pathos)!
Nun, wie schon beim LBZ angedeutet ist dieser Tee eine ganz andere Erfahrung: schwer, voll und dunkel - es wird in bester Rareness 5 Manier auf allen Ebenen etwas geboten. Vor allem beim Qi macht sich der Unterschied deutlich bemerkbar, da die Energie die ganze Session bestimmt: tiefenentspannt, erdend, Arme und Beine fühlen sich gleich doppelt so schwer an - ganz anders als der angeregte, gelöste Zustand bei der Session mit dem LBZ. Und auch auf der Geschmacksebene gibt es mehr "Dunkelheit": als Grundlage dient eine schwere Yiwu-Süße, womit ich "den Geschmack des wilden Berges" (Shanye Yun (山野云)) und keine billige Jimgai-Süße meine, ergänzt durch eine Vielzahl weiterer, sich im Verlauf der Session wandelnder Facetten. Zu Beginn teils an dunkle Kräuter erinnernd, später an reife Pfirsiche, wie beim LBZ ein großes Spektrum aber eine Oktave tiefer - und gerade bei der Tiefe hat der Rareness 5 als Yiwu auch klar die Nase vorne. Aber um nochmals auf die Frage zurückzukommen: was ist denn nun der bessere Tee? Für mich ist dieses schwer-erdend-entspannende Qi des Rareness 5 das Größte und genau das, was ich in einem Pu'erh suche, daher würde ich im Zweifelsfall vermutlich tatsächlich den Rareness 5 bevorzugen - einfach weil es mehr meinem Gusto entspricht. Macht das den Rareness 5 besser als den Laobanzhang? Nein, auch dessen Power weiß ich sehr zu schätzen und bin froh, dass ich mir einen Bing zugelegt habe, um das noch ein paar mal (hoffentlich mit guten Teefreunden!) zu erleben. Ist der LBZ dann der bessere, weil das Qi noch eine Ecke stärker ist als beim Rareness 5 und Qi wie schon öfters erwähnt für mich die wichtigste Metrik ist? Auch nicht, da wie gesagt mir der Charakter vom Rareness 5 mehr liegt. Die Antwort? Beide! Sie repräsentieren perfekt das Yin (陰) in Form des Rarenss 5 und das Yang (陽) in Form des Laobanzhangs der Tee-Welt - beide sind gleichwertig (auf höchstem Level), beide sind einzigartig: sie stehen wie in der Philosophie für komplementäre Pole wie weiblich und männlich und nicht für antagonistische Gegensätze wie gut und böse.
Bewertung: 6-Sterne, Favorit








