- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Miaojiu, Mangsheqing
- Jahrgang: 2025
- Form: Bingcha, 250g (nur Sample vorhanden)
- Pu-erh.sk
Nach der Doppel-Spitze des diesjährigen Lineups (zumindest für mich) steht als nächstes der Mangsheqing auf dem Programm: zu dem Ort an sich habe ich beim 2022er schon etwas ausführlicher was geschrieben und wenn man sich im Vergleich noch die 2023er und 2024er Posts durchliest werden zwei Dinge klar: erstens dass Mangsheqing ein wirklich spannender Ort ist und zweitens dass man jedes Jahr aufs neue überrascht wird! Auch dieses Jahr ist wieder anders als die Vorgänger aber mittlerweile lassen sich Parallelen erkennen: so startet der Tee zwar eher dezent (wenn man nicht gleich mit kochendem Wasser ran geht), nimmt aber schnell Fahrt auf und es zeigen sich fleischige Umami-Noten - weniger Kräuter als beim 2022er sondern mehr in die etwas pilzige Richtung à la Shiitake/Kräuterseitling. Nicht zu aufdringlich oder extrem sondern eher etwas subtiler, was dem ganzen einen etwas überraschenden japanische Touch gibt: sowohl was die Geschmackswelt betrifft als auch in der Anmutung - unaufgeregt, klar, einzigartig. Dazu passt auch sehr gut was ich auch bei der 2024er Version beschrieben habe: der Tee hat eine wunderbare Quellwasser-Textur, welche den ruhigen Charakter unterstreicht, geschmacklich unterscheidet er sich aber deutlich vom 2024er. Am weitesten dürfte der Tee von der 2023er Version entfernt sein - Kräuter gibt es zu Gunsten der Umami-Note hier nicht wirklich - und mit der 2016er Fremdproduktion die EoT im Angebot hat, hat der Tee wenig gemein (wobei diese auch "nur" Gushu und nicht Gaogan ist). Es wirkt noch ein wenig so, als ob der Tee in der Findungsphase ist aber letztlich ist nicht der Tee in der Findungsphase (der Tee ist einfach) sondern ich bin dabei mich in der Region zurechtzufinden und muss erst lernen, welche Aspekte dafür typisch sind und welche ungewöhnlich, was man bei Single Origin (und ganz besondere bei Danzhu) Produktionen ja immer deutlich ausgeprägter hat als bei Regions-Blends ... und das macht schon ziemlich Spaß! An sich ein Tee, den ich mir auch gerne zugelegt hätte, aber man kann nicht alles haben und so freue ich mich einfach, den Tee zumindest ein paar mal trinken zu können 😊
Übrigens handelt es sich bei dem Schälchen um ein "nacktes" Ming-Porzellan Schälchen von Matteo (siehe auch Post zu den unterschiedlichen Porzellan-Arten) wobei nackt hier nicht meint, dass das andere glasiert wurde sondern dass bei diesem hier der Yaobian Effekt nur sehr dezent vorhanden ist - interessanterweise geht dieser dann in eine gelbliche Richtung, deutlich anders als bei dem Schälchen das ich schon hatte. Davon und von nackten Paros-Porzellan Schälchen habe ich mir ein paar zugelegt so dass bei der nächsten Tee-Runde bei mir auch mehrere einen Parallelvergleich machen können. In Verbindung mit einem recht neutralen Xiao Mei Yao Zhuni von Fang Xia kein 100% neutrales Setup aber neutral genug für eine ordentliche Beurteilung des Tees.
Bewertung: 6-Sterne







