• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Yibang
  • Jahrgang: 2025
  • Besonderheit: Mao Er Duo
  • Form: Bingcha, 250g (nur Sample vorhanden)
  • Pu-erh.sk

Preislich gleichauf mit dem Mangsheqing liegt der Yibang Maoerduo aber ähnlich wie bei Laobanzhang vs Rareness 5 handelt es sich auch hier um zwei völlig unterschiedliche Tees! Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei diesem Yibang nicht um Tee aus Mansong handelt, wie es bei den Produktionen der letzten Jahre der Fall war, sondern wieder um einen Mao Er Duo wie der Rareness 4 aus 2019 und 2018, wobei Mao Er Duo keine Region wie Mansong ist sondern eine spezielle Variante die auf Grund des Erscheinungsbilds der Blätter so (猫耳朵, zu Deutsch "Katzenohren") genannt wird (für Bilder der Pflanze siehe z.B. Blog von Menglin zu der Produktion von Yu). Da ich vom Treffen in Rasa schon wusste, dass der Tee etwas mehr auf den Putz haut als die anderen, wird er heute in meinem treuen Huanglongshan Zini von Chen Ju Fang in Kombination einem neuen Schälchen von Matteo mit einer Mischung aus Tenmoku und Celadon-Glasur auf einer Porzellan-Basis gebrüht, was etwas weniger neutral ist als Zhuni mit Porzellan aber hervorragend zu dem Tee passt.
Den Blättern sieht man bereits an, dass der Tee etwas grüner produziert wurde als die bisherigen, weshalb er zu Beginn auch durchaus einen Charakter hat, der einem chinesischen Grüntee (oder sehr grünen Oolong) ähnelt: sehr viel Aromatik, floral, leichte Röstnoten, unterstreichende Bitterkeit, "bold" - ganz im Gegensatz zu dem japanisch-zurückhaltenden Charakter des Mangsheqing. Und auch in der "Farbgebung" unterscheidet er sich deutlich: er ist viel heller, bunter, spielerischer als der Mangsheqing aber weniger überbordend als es beispielsweise der 2019er Rareness 4 damals war. Das ändert sich jedoch mit jedem Aufguss und geht schnell Richtung Pu'erh mit einer facettenreichen Süße und viel Urin-Aroma im Schälchen und die ganze Session hinweg bleibt er auf der Ebene im Wandel, was natürlich für viel Komplexität in der Wahrnehmung sorgt, auch wenn weniger Tiefe als bei den bisher besprochenen vorhanden ist. Spannend auch das Qi: es macht sich vor allem im Gesicht bemerkbar und fließt dann über die Schläfen ab - also obwohl auch der Ursprung im Kopf ist wie beim LBZ doch ganz anders. Toller, kraftvoller Tee der selbstbewusst zeigt was er kann!
Und damit kommen wir auch zum üblichen Teesnob-Gejammer: es ist einfach nicht mein Vibe, dieser Charakter bei einem Tee. An der Qualität gibt es nix zu rütteln und ich hab auch die Sessions sowohl zu Hause als auch in Rasa mit dem Tee genossen aber es ist nicht das was ich suche und bei einem Sheng liebe, weshalb ich die drei bereits besprochenen 2025er ganz klar vorziehen würde, daher bekommt er von mir eine niedrigere Wertung. Ist das fair? Nein, denn das ist natürlich höchst subjektiv - für einen guten Teefreund, der ebenfalls in Rasa mit dabei war, ist das hingegen genau sein Vibe und wenn man das mag kann man auch getrost die volle Punktzahl vergeben. Aber das Leben ist selten fair und wie schon oft gesagt ist bis zur Erfindung des Qi-Meters und der objektiven Geschmacksskala eine neutrale/objektive Bewertung von dingen wie Tee ohnehin nicht möglich, daher muss zu einem Teil mein persönlicher Geschmack nun mal mit in die Gesamtwertung einfließen 🙃
Bewertung: 5-Sterne

2025 Yibang Maoerduo (prSK) trockenes Blatt

2025 Yibang Maoerduo (prSK) Details trockenes Blatt

2025 Yibang Maoerduo (prSK) erster Aufguss

2025 Yibang Maoerduo (prSK) späterer Aufguss

2025 Yibang Maoerduo (prSK) Details Aufguss im wunderschönen Schälchen von Matteo

2025 Yibang Maoerduo (prSK) deutlich späterer Aufguss

2025 Yibang Maoerduo (prSK) viel späterer Aufguss

2025 Yibang Maoerduo (prSK) Details nasses Blatt

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