• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yiwu
  • Jahrgang: 2012, Herbsternte
  • Name im Shop: GuShu Yiwu ’12a Secret Garden
  • Form: Bingcha, 250g
  • pu-erh.sk

(Original 23.05.2020)
Ein wirklich schöner und sehr untypischer Herbst-Tee - keine Spur von der (insbesondere bei billigen Herbst-Shengs oft vorhandenen) herbstlichen Dumpfheit sondern ein ätherisch-leichter, glasklarer Charakter der es trotzdem schafft, irgendwie "dunkel" zu wirken. Nachdem ich mit der 2013er-Herbstversion des Tees damals etwas Schwierigkeiten hatte, bin ich den Tee von Anfang an etwas vorsichtiger angegangen und entweder hat es auf Anhieb gut funktioniert oder der Tee ist etwas weniger zickig - jedenfalls war es eine wunderbare Teerunde, wie sie viele Frühjahrs-Shengs nicht hinbekommen!
Was als erstes auffällt ist der tolle, intensiv-süße Duft des Tees nach vollreifen Himbeeren in einem etwas schattigen, moosigen Garten und einen sofort aus dem Alltag holt. Im Aufguss zeigt sich dann der bereits angesprochene ätherische Charakter des Tees: Insgesamt sehr leicht und mit vielen geschmacklichen Facetten, bei denen im Grunde nur die Süße klar auszumachen ist - alles andere wird zwar wahrgenommen und irgendwie unterbewusst auch erfasst, aber wann immer ich es in Worte fassen möchte entzieht es sich mir. Nicht weil sie so schwach wären, sondern weil Adjektive wie "beerig", "dunkel", "floral", "spätsommerlich" etc. zwar schon zutreffen, aber nicht adäquat genug sind. Sehr schön ist das zwar ebenfalls nur dezent wahrnehmbare aber trotzdem sehr entspannende Qi des Tees - zusammen mit dem 2019er Rareness 5 Autumn und dem 2019er Naka Autumn (auch wenn dieser natürlich einen ganz anderen Charakter hat) einer der besten Herbst-Shengs die ich bisher hatte!
Bewertung: 5- oder 6-Sterne

(Update 21.02.2021)
Auch mit der Karatsu-yaki Guinomi von Dohei Fujinoki (藤ノ木土平) hatte ich bereits erste Versuche unternommen und so fällt die Wahl heute bewusst auf einen Sheng, den ich mit einem dunkleren, in diesem Fall beerigen Charakter in Erinnerung hatte, denn diese Guinomi scheint eine interessante Eigenart zu haben: der Tee wird nicht einfach runder sondern wirkt vor allem heller, "wärmer" (um bei der Beschreibung von gestern zu bleiben hier genau umgedreht: mehr Yang als Yin) und leichter, ohne geschmackliche Feinheiten zu verlieren. Die Leichtigkeit wird zudem ebenfalls von einer schönen Breite begleitet, die vor allem im Abgang sanft und entspannt wirkt - allerdings bedeutet Leichtigkeit natürlich auch, dass der Körper (des Tees) weniger schwer ist, was hier zwar super funktioniert, aber bei Shengs die primär von ihrem Körper leben sicherlich nicht optimal wäre. Die Helligkeit ist etwas schwieriger zu beschreiben - vermutlich wird es am ehesten in der veränderten Wahrnehmung der Frucht-Noten ersichtlich: keine Beeren im schattigen Garten mehr sondern Sultaninen und Waldhonig an einem sonnigen Tag. Der Formfaktor trägt sicherlich auch seinen Teil zu der Beeinflussung bei - man sieht auf den Bildern mit dem kleinen Porzellan-Schälchen von Lee Hye Jin (was auch schon echt nicht groß ist) gut, wie klein der Durchmesser wirklich ist. Ich bin jedenfalls gespannt, ob sich dieses Verhalten bei weiteren Tests ebenfalls bestärkt oder ob es hier zu Abweichungen kommt - auf jeden Fall ein schöner Tee in einem schönen Schälchen!

trockenes Blatt

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

Details

Update (21.02.2021): inzwischen auch mit ganzem Bing

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

Details Blatt

Details Guinomi

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