• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Yibang, Mansong
  • Jahrgang: 2021
  • Form: Bingcha, 250g (nur Sample vorhanden)
  • Pu-erh.sk

Der direkte Nachfolger zum 2020er Mansong ist auch dieses Jahr eine der wenigen Ausnahmen, bei denen es sich nicht um Gushu sondern "nur" Dashu handelt (auch wenn Peter schreibt, dass die Bäume dieses mal etwas älter sein sollen). Genauer gesagt ist der volle Name des Tees "Mànsōng gòng chá Xiǎo gāo gān":

  • Mansong (曼松) ist das Dorf in Yibang (倚邦) westlich von der Region Yiwu (易武)
  • Gong (贡) bedeutet "Tribut" da Mansong eines der Dörfer ist, aus denen früher der Tribut-Tee (Gongcha, 贡茶) für den Kaiser stammte (daher ist es auch so gefragt und teuer)
  • Xiao Gaogan (小高杆) bedeutet "kleine hohe Stange", gemeint sind also Teebäume von der selben Wuchsart wie bei den großen Gaogan, die z.B. beim Rareness 5 V2 verwendet wurden, nur eben nicht so groß/alt

Vorab: das Sample stammt ziemlich aus der Mitte des Bings, daher ist es recht fest gepresst und enthält mehr Bruch als üblich, was sich wie schon öfters erwähnt negativ auf den Geschmack auswirkt - daher gibt es einen Punkt Abzug. Daher ist es wie man auf den Fotos erkennen kann auch nicht so hübsch anzusehen, ich hatte aber vorab in meiner winzigen 30ml Zhuni eine Session mit nur intaktem Blattgut gemacht, die mir sehr gut gefallen hat, was bei der Einschätzung heute etwas hilft.
Durch mehr Bruch wird jedenfalls der Hauptunterschied zur 2020er Version noch verstärkt: auch wenn dieser schon wenig bunt für einen Yibang war, so hatte er doch eine sehr schöne, tiefe/volle Fruchtigkeit, die dieses mal fehlt. Vor allem in den ersten Aufgüssen, wenn ich den Tee wie üblich aufgieße, ist er sehr herb mit einem guten Maß an Bitterkeit und vor allem Adstringenz (was einen deutlichen Ausschlag in Richtung Aggressivität ausmacht). Ab dem dritten Aufguss hab ich dann schneller abgegossen (was man an der Aufgussfarbe sieht) und hier kommt dann plötzlich doch eine gewisse Fruchtigkeit durch - zwar auch eher herb (Schlehen?) aber mir gefällts (Peter schreibt, dass er den Tee "erwachsener" findet - dem kann ich zustimmen). Auch wenn der Tee etwas "zickig" ist (was auf die Komplexitäts-Metrik einzahlt) ist er doch dadurch auch sehr wandelbar und facettenreich (was ebenfalls auf die Komplexitäts-Metrik einzahlt). Vom offensichtlichen abgesehen sind insbesondere noch zwei Dinge auffällig: die Textur ist dieses Jahr deutlich schwerer (für einen Yibang sogar überraschend voll!) und das Qi wirkt etwas anders. Man merkt im Grund kaum dass es wirkt sondern nur die Auswirkung, an der auch die Verwandtschaft zum Vorgänger zu erkennen ist: nach ein paar Runden wird der Kopf leichter und zieht nach oben. Für mich sogar trotz der Adstringenz (hier hilft die Karatsu-yaki Guinomi von Dohei Fujinoki (藤ノ木土平)) ein schöner Tee - aber jemand der einen typischen Yibang sucht, wird hier höchstwahrscheinlich enttäuscht werden.
Bewertung: 4- oder 5-Sterne

2021 Mansong (prSK) trockenes Blatt

2021 Mansong (prSK) Details trockenes Blatt

2021 Mansong (prSK) erster Aufguss

2021 Mansong (prSK) zweiter Aufguss

2021 Mansong (prSK) dritter Aufguss

2021 Mansong (prSK) späterer Aufguss

2021 Mansong (prSK) Details späterer Aufguss

2021 Mansong (prSK) deutlich späterer Aufguss

2021 Mansong (prSK) viel späterer Aufguss

2021 Mansong (prSK) noch späterer Aufguss

2021 Mansong (prSK) letzter Aufguss der Session - der Tee hat definitiv Ausdauer!

2021 Mansong (prSK) Details nasses Blatt

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