• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: Herkunft: China, Yunnan, Menghai, Hekai, Guangbie
  • Jahrgang: 2006
  • Form: Bingcha, 400g (nur Sample vorhanden)
  • Xi Zi Hao (囍字號) (via Tea Mountain)

Ein weiterer Xi Zi Hao (囍字號) Sheng, dieses mal aus Guangbie Laozhai (广别老寨), einem kleinen Dorf in Hekai (贺开), das wie man auf der Karte sehr schön erkennen kann tatsächlich direkt neben dem örtlichen Staudamm am Nadameng Reservoir (纳达勐水库) liegt - für mich der erste Tee von dort, auch wenn Hekai natürlich ein Begriff ist. Bei dem Material handelt es sich wohl um Gushu-Material, das nach einem speziellen Prozess verarbeitet wird, damit die Blätter an der Oberfläche des Bings möglichst intakt bleiben - das ist an sich eigentlich nichts ungewöhnliches und wird insbesondere von in China ansässigen Produzenten gerne auch bei nicht sonderlich hochwertigen Shengs verwendet, damit der Bing hochwertiger wirkt (oben hübsche Blätter, unten komprimierter Staub). Aber als ich dann das Sample geöffnet habe muss ich gestehen, dass ich doch überrascht war, wie riesig die Blätter sind (siehe Detailbild) - mein Sample besteht zum Großteil aus solchen Riesenblättern, die sehr locker gepresst sind, so dass sich der Brocken mühelos ohne Werkzeug zerlegen lässt. Weiter unten kommen dann schon kleinere/normale Blätter aber das ist selbst für einen abgebrühten (haha!) Pu-Trinker wie mich, der schon den einen oder anderen Bing gesehen hat, beeindruckend und verdeutlicht, warum XZH als DIE Boutique-Marke bekannt ist (da können höchstens manche hochwertige Huangpian Bings mithalten, die sind dann aber meist viel zu fst gepresst, als dass die Blätter intakt bleiben). Natürlich ist die Optik eines Tees nebensächlich, aber dass auf Grund der leichten Pressung die großen Blätter nahezu unversehrt bleiben macht durchaus einen Unterschied, da der Tee dann deutlich weniger adstringent ist, wie er es mit Bruch wäre. Jedenfalls hat das auch Einfluss auf die Wahl des Kännchens: wenn die Blätter bereits größer als das Kännchen an sich sind, wird es echt schwierig - selbst mit der Technik, dass man Blätter beim Waschgang biegsam macht, um sie dann ins Kännchen zu bekommen, denn die bei einem 30ml Kännchen fast immer notwendige Technik muss dieses mal selbst bei dem deutlich größeren Chaozhou-Kännchen angewendet werden!
Der Duft des nassen Blattes macht mit seinen schönen, dezenten Kampferaromen Lust auf den Tee und hat einen gewissen derb-süßen Fermentationsduft, der sehr vielversprechend ist - er vermittelt schon jetzt einen ganz anderen Eindruck als der Pseudo-Hongcha DXS Spring Dew und lässt Befürchtungen, dass es sich auch um solch einen "überproduzierten" Sheng handelt bereits vor dem ersten Aufguss verschwinden. Geschmacklich startet der Tee sehr verhalten: eine leicht holzige Honig-Süße, warmes Holz und Laub, weich und rund - sehr freundlich aber sehr sehr sauber! Durch die Klarheit, die im Gegensatz zu anderen Produzenten wie YQH nicht durch eine Lagerungsnote verfälscht wird, kommt hier der "Fermentationsgeschmack" sehr schön rüber. Da der Tee auch in den weiteren Aufgüssen geschmacklich immer recht dezent bleibt - wenn auch nicht langweilig, wenn man genau hinhört kann man durchaus einen beachtlichen Wandel wahrnehmen, wenn das Laub verschwindet, der Honig stärker wird oder bei längeren Ziehzeiten eine Leichte Bitterkeit erscheint - ist der Tee eher als ziemlich trocken anzusehen, da genau diese "Fermentationsbeobachtung" im Vordergrund steht. Dadurch erinnert der Charakter des Tees ziemlich an den 2012er Dong Banshan, auch wenn qualitativ auf einem ganz anderen Level: ein recht intensives Qi macht den Kopf leicht und ein Gefühl von Weite in der Brust unterstreicht den Gushu-Anspruch. Wenn man trockene Shengs mag, macht der Tee wirklich Spaß: auch wenn die Textur nicht all zu schwer ist, zeigt sich die Kraft doch auch im Aufguss - vom ersten bis zum letzten Aufguss hat der Schaum vom Aufguss eine Festigkeit als ob Stärke im Tee wäre und selbst im Jianshui bleiben diese bestehen. Klasse Tee, der für mich den Ruf von XZH endlich nachvollziehbar macht!
Bewertung: 5- oder 6-Sterne

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu trockenes Blatt...

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu ... das verdammt groß ist!

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu Details trockenes Blatt

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu selbst für ein großes Kännchen sind die Blätter noch zu groß, um sie komplett rein zu bekommen

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu erster Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu Details erster Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu zweiter Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu dritter Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu Details dritter Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu späterer Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu deutlich späterer Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu weitere Details Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu viel späterer Aufguss

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu Details Jianshui

2006 Xi Zi Hao Guangbie Laozhai Gushu Details nasses Blatt

Nächster Artikel Vorheriger Artikel