• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China
  • Jahrgang: 2004
  • Besonderheit: Blend aus Lao Ban Zhang, Nannuo und Bulang, Maocha aus unterschiedlichen Jahrgängen
  • Name im Shop: Liming Tea King ’04
  • Form: Bingcha, 400g (nur Sample vorhanden)
  • Liming Tea Factory (via pu-erh.sk)

(Original 10.11.2019)
Der zweite Liming-Tee aus dem Sample-Set ist zwar nur ein Jahr älter (wenn man das Produktionsdatum nimmt, das genutze Maocha stammt aus einem Zeitraum von 3-4 Jahren), fühlt sich jedoch komplett anders an: Er hat zwar ähnlich wie der 2005 Yunnan Arbor Ancient Tree eine sehr schön weiche, geschmeidige Textur, ist insgesamt aber deutlich derber und wirkt älter. Viel Leder, deutliche Fermentationsnoten mit herbem Stallcharakter (sehr positiv!) und eine süß-fruchtige Bitterkeit, die jedoch interessanterweise kein bisschen scharf oder grob wirkt sondern sehr sehr rund, ähnlich wie bei dem 2008 Bulang Ancient Tree von EoT - der Tee hat sozusagen eine "kultivierte Grobheit", die mir sehr gut gefällt. Mit zunehmenden Aufgüssen wird der Tee deutlich süßer und natürlich auch etwas leichter - die Öligkeit der ersten Aufgüsse ist dann zwar nicht mehr vorhanden aber dennoch eine schöne Textur. Von ebenfalls sehr unterschiedlichem Charakter ist das Qi des Tees: zum einen nicht so intensiv wie bei dem 2005er und zum anderen verhält es sich anders - es geht zwar ebenfalls direkt in den Kopf, fließt dann aber nicht ab sondern verflüchtigt sich dort langsam, wodurch es nicht ganz so entspannend wirkt.
Bewertung: 6-Sterne

(Update 26.12.2019)
Im winzigen Zini-Kännchen bestätigt sich der initiale Eindruck - von den 4 erneut getrunkenen Tees aus dem Set sogar am genausten.Auch hier giebt es zwar den erwähnten "Vergrößerungs-Effekt", aber die Hauptcharakteristika habe ich bereits bei meiner letzten Notiz erfasst: süß-fruchtige Bitterkeit und herber Stallcharakter. Dazu kommt eine Vielzahl subtilerer Facetten, die sich von Aufguss zu Aufguss unterscheiden und eher in die würzige Richtung gehen - insgesamt erinnert mich das etwas an frisch Schlehen, nicht zuletzt weil in der Dosierung auch die herbe Bitterkeit initial einen leicht betäubenden Effekt an der Zungenspitze hervorruft. Auch wenn das Qi nicht ganz so schön wie bei dem 2005er Yunnan Arbor Ancient Tree ist gefällt mir dieser Tee doch genau so gut, da er einfach genau meinen Geschmack trifft!

(Update 30.05.2020)
Um den Tee aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen heute mal mit einer (für mich) eher leichten Dosierung im etwas größeren, glasierten Kännchen von Martin Hanus und dafür etwas längerer Ziehzeit: Die einzelnen Facetten, insbesondere Bitterkeit und Derbheit werden aufgelöst und mischen sich zu einer neuen Einheit, bei der diese nur am Rande aufblitzen. Hauptsächlich zeichnet sich der Aufguss geschmacklich durch eine schöne ledrig-holzige Süße aus wobei durch die niedrigere Dosierung die Klarheit und saubere Lagerung sehr schön deutlich wird. Im Grunde das genaue Gegenteil von dem letzten Eintrag mit dem winzigen Zini-Kännchen - sehr spannend! Das Qi nehme ich zwar etwas schwächer war (wobei das aber natürlich immer Tagesform-abhängig ist), ist aber trotzdem noch deutlich spürbar. Ein absolut mustergültiger Sheng, für den es sich lohnt, Zeit zu nehmen - und da er noch lange nicht erschöpft ist, wird er mich heute Abend noch begleiten.

trockenes Blatt

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

Details

Update (25.12.2019): erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

deutlich späterer Aufguss

noch späterer Aufguss

sehr viel späterer Aufguss

Details Blatt

Details Aufguss

Update (30.05.2020): jetzt auch mit ganzem Bing

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

vierter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

Details

Nächster Artikel Vorheriger Artikel