• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China (Blend)
  • Jahrgang: 2005
  • Besonderheit: Blend (Laobanzhang, Yiwu und Jingmai)
  • Name im Shop: Qiaomu gushu ’05
  • Form: Bingcha, 400g
  • Liming Tea Factory (via pu-erh.sk)

(Original 09.11.2019)
Auch wenn das Blatt nicht so hübsch ist, wie man es von modernen Produktionen gewöhnt ist, handelt es sich hier um ein Tee, von dem ich nie gedacht hätte, dass es ein Factory-Sheng sein könnte - meine bisherigen Erfahrungen mit Factory-Shengs gingen bislang immer in die Richtung eines klassischen 7542: Untrinkbares Zeug, das erst nach Jahrzehnten genießbar ist und auf Basis dessen es nur logisch erscheint, dass Leute daran zweifeln, dass es ein Qi geben kann. Peter hat wirklich nicht zu viel versprochen, dass die Tees die eigenen Ansichten verändern (zumindest bei mir war das absolut der Fall und gilt auch für die restlichen Tees des Sample-Sets!).
Zum Tee: Der erste Aufguss startet mit einer super-weichen, geschmeidigen Textur und schönen Alterungsnoten von warmem Holz und Herbstwald, die aber spannenderweise von einer moosigen Frische ergänzt wird, die fast schon scharf die Zungeenspitze und -ränder kitzelt und im Abgang. Nachdem sich die Blätter geöffnet haben ist der Tee zwar nach wie vor weich, wird aber durch angenehm bittere, leicht medizinische (nicht negativ gemeint!) und dezente Weihrauch-Noten ergänzt - im süßen Abgang zeigt sich dann auch deutlich der Jingmai-Anteil. Im Laufe der Aufgüsse verändern sich ständig die Facetten, wodurch der Tee spannend bleibt - allen Aufgüssen gemeinsam ist aber ein sehr ausgeprägtes Qi: Es geht direkt in den Kopf und fühlt sich an, als ob dieser in Watte gepackt wäre - was aber schnell wieder aufklart wenn das Qi in die Arme und Beine abfließt und super-entspannend wirkt. Ein wirklich toller Tee, der auf allen Ebenen begeistern kann und ganz klar zeigt: bei Factory-Shengs gibt es eine Zweiklassen-Gesellschaft, über die ich bisher nichts wusste.
Bewertung: 6-Sterne

(Update 24.12.2019)
Bei diesem Tee hat sich der initiale Eindruck in dieser Session bestätigt: weich geschmeidig mit unterschiedlichen Facetten und schönem Qi. Dennoch ist der Tee hoch dosiert im winzigen Zini-Kännchen auf jeden Fall anders, als im deutlich größeren Zhuni-Kännchen: Die Alterungsnoten gehen mehr in Richtung Leder, das medizinische wird zu einer klareren Bitterkeit und Weihrauch wird durch ein überraschend intensives Vanille-Aroma ergänzt, was vor allem mit der langsam zunehmenden Süße wunderbar harmoniert. Wie der 2011er Yiwuzhengshan Dashu Tea Green Tree ein Tee der mit vielen verschiedenen Facetten punkten kann, auch wenn hier das Spektrum nicht ganz so extrem ist - für mich aber dennoch klar der bessere Tee da die butterweiche Textur hier schwerer ist und der Tee deutlich mehr Qi zu bieten hat.

(Update 06.06.2020)
Wie bei dem Bulang-Blend wirkt der Tee auch hier gleich ganz anders, wenn man ihn niedrig-dosiert brüht - und um ehrlich zu sein passt das hier auch hervorragend zu dem sehr entspannten Charakter und Qi des Tees. Während der Bulang kräftig dosiert eindeutig besser rüber kommt (Bulang MUSS einfach knallen!), würde ich den Yiwu-Blend tatsächlich in dieser Version der dem Konzentrat im Mini-Zini-Kännchen vorziehen - zumindest heute, ruhig und entspannt passt einfach zu einem ruhigen, regnerischen Tag. Zeit, Eindrücke, Energie - alles fließt ruhig und geschmeidig, ohne Stromschnellen und dass der Geist vor sich hinschäumt. Wer braucht da noch Sonnenschein? ;-)

trockenes Blatt

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

Details

Update (24.12.2019): erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

noch späterer Aufguss

sehr viel späterer Aufguss

Details Blatt

Details Aufguss (3. vs. ca. 12. Aufguss)

Update (06.06.2020): inzwischen auch mit ganzem Bing

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

noch späterer Aufguss

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