• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Menghai, Hekai, Guangbie
  • Jahrgang: 2024
  • Form: Bingcha, 250g
  • pu-erh.sk

Nach dem äußerst schönen Tee-Treffen am Wochenende mit Peter (prSK) aus der Slowakei, Matteo aus der Schweiz sowie weiteren Tee-Freunden aus Deutschland (siehe Instagram) bei dem wir diverse Tees von Peter in verschiedener Keramik von Matteo probiert haben konnte ich nicht widerstehen und habe ein Kännchen und weitere Schälchen nicht mehr gehen lassen, da diese abgesehen von der Optik auch beeindruckende Eigenschaften haben, da sie den Tee positiv verändern ohne negative Beeinflussung wie die bei unglasiertem Ton immer vorhandene Beschneidung der Geschmacksebene - man merkt bei den Stücken, dass Matteo einen progressiven und technischen Ansatz verfolgt und dabei viel Aufmerksamkeit auf das verwendete Material und die chemischen/physischen Vorgänge während des Holzbrands legt und nicht nur auf Optik aus ist (dazu weitere Details hier und hier). Seither experimentiere ich mit den Stücken und sehr charakterstarke Tees eignen sich um das Maximum an Unterschieden aus der Keramik zu kitzeln, daher eignet sich als erster Post nach dem Wochenende der diesjährige Guangbie von Peter wie kaum ein anderer Tee.
Zu den Backgroundinfos über Guangbie hab ich letztes Jahr bereits etwas geschrieben, als Peter den Tee zum ersten mal im Lineup hatte, daher steige ich direkt mit der Besprechung ein. Man merkt dem Tee sowohl die (geographische) Nähe zu Laobanzhang als auch dass Guangbie in Hekai liegt deutlich an: als Yao Cha (妖茶) aka Dämonen-Tee zeigt er von Anfang an was in ihm steckt und gibt in allen Metriken alles. Vor allem Geschmack und Aroma finde ich dieses Jahr besonders schön, da vor allem die Geschmackseben durch eine sehr hübsche nussige Röstnote geführt wird, die sich auch im Aroma wiederfindet und durch die Keramik von Matteo einen besonders hellen, beschwingten Charakter bekommt ohne dabei aber den natürlich-derben Ursprung zu verleugnen, die ich an Peters Tees so schätze. Wie im Vorjahr sind auch dieses mal wieder Qi und Tiefe in überdurchschnittlichem Maß vorhanden auch wenn gefühlt etwas dezenter als 2023 - aber trotzdem kann man Peters Beschreibung im Shop nachvollziehen, dass er einen plötzlichen Energieschub bekommen hat, denn das Qi ist wie bei einem LBZ von einem sehr anregenden Charakter. Das und die deutliche aber angenehme Bitterkeit ist sicher mit ein Grund warum man kaum Guangbie auf dem Markt findet, denn wie z.B. Bakanan wird das Material definitiv häufiger als LBZ verkauft (bzw. untergemischt) als unter dem richtigen Namen - völlig zu Unrecht denn beide haben einen tollen, eigenständigen Charakter (aber wie immer und überall geht es halt nur ums Geld)! Ich persönlich mag zwar den Charakter des Gedeng und des Mangsheqing mehr als den Guangbie aber zweifelsohne ist auch das ein absolut hervorragender Tee der sich trotz dem "dämonischen" Charakters auch Leichtigkeit und Eleganz bewahren kann, daher auch hier volle Punktzahl!
Bewertung: 6-Sterne

2024 Guangbie (prSK) trockenes Blatt und Bing

2024 Guangbie (prSK) Details trockenes Blatt

2024 Guangbie (prSK) erster Aufguss

2024 Guangbie (prSK) späterer Aufguss

2024 Guangbie (prSK) Details Aufguss

2024 Guangbie (prSK) deutlich späterer Aufguss

2024 Guangbie (prSK) viel späterer Aufguss

2024 Guangbie (prSK) Details nasses Blatt

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