- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Yibang
- Jahrgang: 2023
- Form: Bingcha, 357g (nur Sample vorhanden)
- Chenyuan Hao (陈远号)
Nach dem ebenfalls eher ungewöhnlichen Youle gestern ist heute ein weiterer etwas ungewöhnlicher Tee im Kännchen - dieses mal ein Yibang von CYH. Für mich ist das der erste Yibang von CYH daher hab ich nur Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Produzenten - aber starten wir erstmal damit, wie sich der Tee im Schälchen verhält. Das Blatt ist wie eigentlich immer bei CYH sehr ordentlich - hübsch anzuschauen, makellos verarbeitet und im Gegensatz zu dem Youle von gestern weder zu grün noch zu wenig grün, da gibt es nix zu meckern. Also das ist definitiv etwas, wo man CYH hoch anrechnen muss: die frühen Produktionen wie die 2003er (siehe z.B. den Manzhuan oder den Youle) sind doch noch deutlich gröber/oldschooliger produziert (der 2001er Yiwu ist qualitativ nochmals ein anderes Level als die 2003er, da gilt das nur bedingt) aber gerade in den letzten beiden Jahrgängen ist die Verarbeitungsqualität bemerkenswert konstant auf einem sehr hohen Niveau und das wie gesagt ohne "extreme" Tendenzen in eine zu grüne oder gegenteilige Richtung - und das unabhängig davon, ob es nun ein teurer oder eher preiswerterer Tee ist. Das macht die Tees zusammen mit einer eher trockenen Lagerung durchaus spannend, da man so eine neutrale Basis hat und nur der Tee im Fokus steht. Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: der Tee startet überraschend zurückhaltend - mein Hauptkritikpunkt bei Yibang als Region im allgemeinen ist ja, dass die mir die Tees oft zu bunt und zu aufdringlich sind. Nach zwei, drei Aufgüssen wacht der Tee jedoch dann auf und die Herkunft wird klar - bleibt jedoch immer auf einem im Vergleich zu anderen Yibang Sheng ruhigeren Level. Er kann in allen Metriken ein gutes Ergebnis verbuchen, sticht aber nirgends besonders hervor - deshalb im Bezug auf meine bisherige Erfahrung mit Yibang eher ein ungewöhnlicher Tee. Daher lässt sich der Tee eigentlich kaum mit den Mansong-Produktionen von prSK vergleichen, da die ja schon sehr herb sind - am ehesten macht da vermutlich ein Sinn mit den Produktionen von Yu Sinn - nimmt man den letzten Jahrgang (den ich von Yu hatte) würde ich den Tee zwischen dem 2022er Yibang Mibu und dem 2022er Yibang Guoyoulin einordnen. Der CYH ist eindeutig spannender als der Mibu und bietet vor allem in Punkto Qi, Tiefe und Textur mehr - ist aber kein so ein Qi-Hammer wie der Guoyoulin. Aber bei einem Preis von 0,80€/g liegt der unter den beiden Yu-Tees - da kann man absolut nichts sagen! Mir gefällt diese ruhige Yibang-Art :-)
Bewertung: 4- oder 5-Sterne







