- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Mangzhi
- Jahrgang: 2021
- Form: Bingcha, 200g
- Besonderheit: Sonnentrocknung (Shai Qing)
- Jinsong Yu (via Shui Tang)
(Original 13.11.2021)
Dieser Yu-Sheng ist mir von der Teerunde mit zwei guten Teefreunden letztes Wochenende besonders im Gedächtnis geblieben: er war so ganz anders als die meisten Tees von Yu, die ich bislang kennen gelernt habe (insbesondere die jungen): von Zurückhaltung keine Spur! War das nur ein Zufall? Daher war ich sehr gespannt, wie er sich unter gewohnten Bedingungen schlägt.
Das Blatt gewinnt keinen Schönheitspreis - das mag am Sample liegen, hat aber sicher auch damit zu tun dass es in Mangzhi (莽枝) vor allem "gemischtes" Blattgut (also zwischen großen Blättern wie in Yiwu und kleinen Blättern wie in Yibang) gibt - ähnlich wie z.B. in Xikong, was ganz in der nähe liegt. Zur Einordnung: Mangzhi liegt östlich von Youle und westlich von Gedeng (was wiederum westlich von Yibang liegt) und Manzhuan (was westlich von Yiwu liegt) und wird von den Yi und Yao bewohnt. Mit lediglich einer Ausnahme von TU und einer von TTpl kenne ich Mangzhi bislang nur von diversen ZSL-Produktionen (am besten hat mir hier der 2018er gefallen). Und tatsächlich lassen sich hier Parallelen insbesondere zum ZSL-Sheng erkennen: der Tee startet mit einer intensiven Bitterkeit, bei der eine schöne Nussigkeit mitschwingt und auch dir dort angesprochene Mentholigkeit ist nachvollziehbar - der Tee lässt einen tief durchatmen. Bemerkenswert ist, wie süß der Tee im Abgang wird - eine schöne voll Honigsüße, kein billiger raffinierter Zucker. Diese Süße ist es auch, die im Laufe der Session ganz langsam aber sicher das Ruder übernimmt und die Bitterkeit immer mehr in den Hintergrund rückt - und diese "wilde Süße" hält der Tee dann auch sehr lange. Der Eindruck von letztem Wochenende hat sich jedenfalls bekräftigt: der Tee erinnert mich deutlich mehr an die 2018er Produktionen von prSK als an das, was ich sonst von Yu gewöhnt bin (wenn man das bei dem bisschen Erfahrung bislang überhaupt so nennen kann) - er ist voll, fast schon derb mit seiner Bitterkeit und tritt mit breiter Brust auf - toll! Dazu ein angenehmes Qi, ordentliche Textur und Tiefe - der Tee macht für meinen Geschmack alles richtig. Schöner Tee, schönes Kännchen und ein wunderbares Schälchen (man beachte die wunderschönen Kristalle!) - was will man da mehr?
Bewertung: 5- oder 6-Sterne
(Update 16.03.2025)
Nach den erfolgreichen Tests des ROC Kännchens mit einem aged und semi-aged Sheng musste natürlich auch noch ein jüngerer ran - um einen ähnlichen Abstand wie zwischen aged und semi-aged zu haben viel die Wahl auf diesen Tee. Für einen Yu-Tee war der vor 4 Jahren noch ziemlich bitter - wie ich gesehen habe ja etwas, was dieses Kännchen gut unterstreichen kann 😅 Aber auch hier schlägt es sich ordentlich, der Tee kommt gut und klar zur Geltung - tatsächlich fand ich aber das Ergebnis bei den beiden anderen passender. Ob es nun an den speziellen Tees oder an der Kategorie lag können wohl nur weitere Tests zeigen - auf jeden Fall werde ich auch mal "Edge Cases" wie einen super-subtilen jungen Sheng ala Gaogan Rareness 5, den Lancang Xifu, etwas richtig altes und natürlich All-Time-Favorites wie den Baotang ausprobieren 😊















