• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Yiwu, Guafengzhai, Baichayuan
  • Jahrgang: 2021
  • Form: Bingcha, 200g (nur Sample vorhanden)
  • Besonderheit: Sonnentrocknung (Shai Qing)
  • Jingsong Yu (via Shui Tang)

Baichayuan (白茶园) ist mal wieder ein neues Dorf für mich: hierbei handelt es sich um ein Berg-Dorf der Yaozu (瑶族) im Nordwesten von Guafengzhai (刮风寨) nahe Wangongzhai (弯弓寨), das wohl für seine besonders alten Bäume der großblättrigen Art (Dayezhong (大叶种)) ist. Bei einem Gramm-Preis von über 3€ (womit er locker in der Top 3 der teuersten Shengs ist, die ich mir bislang gekauft habe) steckt der Tee die Erwartungen schon alleine dadurch sehr sehr hoch und für GFZ habe ich ohnehin ein Faible.
Bereits vor dem ersten Schluck fallen aber deutliche Unterschiede im Vergleich zum 2017er Gaoshan von Yu auf, den ich gestern hatte: z.B. verhält sich die Aromatik des Blattes genau umgekehrt - das trockene Blatt hat einen wahnsinnig intensiven Duft, wohingegen das nasse Blatt im Vergelich dazu schon fast etwas zurückhaltend ist - nur wenn man ganz genau hinhört lassen sich Erinnerungen an Maracuja wahrnehmen - beim Gaoshanzhai war das nasse Blatt wie beschreiben sehr viel intensiver. Und auch wenn der Gaoshanzhai kein lauter Tee war, hatte der auf der Geschmacksebene doch sehr viel zu bieten - der Baichayuan im Gegensatz dazu ist mehr als leise. Er erinnert mich etwas an den 2017er Yiwu Guoyoulin von EoT wie dieser ganz am Anfang war: weich und vollmundig aber im Geschmack sehr subtil. Im Gegensatz dazu ist der Baichayuan jedoch leider auch im Qi sehr subtil - die unterschwellige Kraft des EoT-Yiwus gibt es hier fast nicht. Und dennoch: wenn man sich die Mühe macht und genau nachforscht findet man auch im Geschmack die Maracuja wieder und der Charakter des Qis ist sehr schön - der Tee zeigt in allen Bereichen Qualität, aber so verhalten, dass man das leicht übersehen kann.
Das kann jetzt natürlich ein Musterbeispiel dafür sein, dass die Shengs von Yu wirklich erst ein paar Jahre brauchen, bevor sie gut sind (und ja: ich wurde gewarnt) - aktuell ist der Tee absolut auf Tauchstation, aber Potential sehe ich definitiv! Da ich aber (noch) nicht das Vertrauen in Yu habe, wie ich es z.B. in die Tees von Peter (prSK) habe, wo ich seine Linie genau kenne (auch wenn mich die 2020er zugegeben überrascht haben) und mit Sicherheit weiß, dass jeder Sheng gut ist: bei dem Preis werde ich mir von dem Tee definitiv erstmal nicht mehr zulegen. Die restlichen ~20g des Samples kommen aber erstmal in ein hübsches Ton-Gefäß von Jaroslav Marek (siehe Detailbild) und werden in einem Jahr nochmals betrachtet (klar, bei so einer kleinen Menge ist die Aussagekraft natürlich eingeschränkt, da sich der Tee ganz anders entwickelt als ein Bing, aber falls es sich bei dem Bing um einen 200g Bingcha handelt, ist die Investition einfach zu groß im Verhältnis zum aktuell geleisteten). Spannend wäre jedoch zu wissen, wie sich die früheren Jahrgänge (eine kurze Recherche hat ergeben, dass Yu seit 2015 Sheng von Baichayuan produziert) mittlerweile entwickelt haben!
Bewertung: 4-Sterne

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) trockenes Blatt

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) erster Aufguss

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) zweiter Aufguss

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) dritter Aufguss

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) späterer Aufguss

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) deutlich späterer Aufguss

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) viel späterer Aufguss

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) Details nasses Blatt

2021 Bai Cha Yuan Gushu (Yu) Details Teedose

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