• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Manzhuan
  • Jahrgang: 2013
  • Form: Bingcha, 357g (nur Sample vorhanden)
  • Wuweisanfang (無爲山房) (via teehaus.cöln)

Irgendwie ist meine bisherige Erfahrung mit den Tees von Wuweisanfang (無爲山房) sehr Manzhuan-lastig 😅 Nach den ersten Tees Anfang des Jahres, wo ich bewusst eine semiaged Manzhuan mit einem noch recht jungen Manzhuan verglichen habe (immer gut, wenn man auch vertikale Vergleiche machen kann, um einen Produzenten kennen zu lernen), ist mal wieder plötzlich viel Zeit vergangen weil leider immer zu wenig Zeit übrig ist und zwischendurch auch noch der eine oder andere Tee aus anderer Quelle besprochen werden wollte. Aber das ist nicht schlimm, denn so kann ich nun nahtlos mit einem weiteren Manzhuan von WWSF weitermachen (bevor dann auch noch andere Regionen dran kommen), dieses mal einer aus der Si Cang (私藏) Serie. Die "private Sammlung" wie es zu Deutsch heißt ist, wie ich beim ersten Post zu einem WWSF Tee erklärt habe, das höchste Qualitätslevel von WWSF, daher war ich sehr gespannt auf den Tee, da mir bereits die beiden aus der Arbor-Serie gut gefallen haben.
Nach einer ersten Session mit einem Zhuni-Kännchen habe ich mich für den Post dazu entschlossen, das relativ neue late 60s F1 Hogni zu nutzen, das zwar etwas rundet, dafür aber auch für eine noch vollere/schwerere Textur sorgt - denn die Textur ist definitiv eine der Stärken des Tees. Dazu ein eher flaches Dehua Schälchen aus der Qing-Dynastie sowie ein ganz kleines, kompaktes Dehua Schälchen (späte Qing-Dynastie), um nochmals für zwei unterschiedliche Perspektiven zu sorgen: das flache "öffnet" den Tee, was gut für die Aroma und Geschmackseben ist (ebenfalls Stärken des Tees) - der Fingerhut hingegen "komprimiert" den Tee, wodurch nochmals die Textur betont wird. Klingt nach Voodoo, ist aber so: gute Schälchen sind mindestens so wichtig wie ein gutes Kännchen!
Nun aber abschließend auch noch ein bisschen etwas zum Tee: einen Teil der Stärken habe ich ja schon angesprochen - der grundlegende Charakter ist dem 2010er Manzhuan recht ähnlich aber man merkt das hochwertigere Ausgansmaterial. Einerseits bei der schon erwähnten sehr schönen, vollen Textur und andererseits an Qi und Tiefe: bei den direkt zugänglichen Metriken wie Geschmack und Aroma können auch Tees problemlos punkten, die von jüngeren Bäumen stammen aber gerade bei diesen beiden Metriken ist das schon schwieriger (auch wenn die beiden WWSF aus der Arbor-Serie hier wirklich sehr gut sind, siehe auch Hinweis zu Füllmaterial beim Kuzhu Shan). Wobei das Qi hier zum Charakter des Tees passend auch eher ruhig und warm ist - so entsteht in Kombination mit der eher dezenten, runden Geschmacks- und Aromaebene ein wirklich schönes Gesamtpaket. Übrigens spannend: hier fällt mir bei der Fermentationsnote noch mehr als bei den anderen dreien eine gewissen Wachs-Note ähnlich wie bei dem 2009er Douji Youle (oder andren Doujis) auf. Das ist durchaus interessant, da Südkorea klimatisch näher an Europa ist, als an Shuangjiang - aber die ausgeprägte alkoholische Schärfe in der Reifung wie bei EU-Storage ist hier nicht so präsent. Schöner Tee, ich bin mal gespannt, ob sich die Handschrift der Manzhuan-Tees auch in den anderen Regionen wiederfindet.
Bewertung: 5- oder 6-Sterne

PXL_20260419_071835333 trockenes Blatt

PXL_20260419_071849566 Details trockenes Blatt

PXL_20260419_073213165 erster Aufguss

PXL_20260419_074037391 Details Qing Dehua Cup

PXL_20260419_074717290 späterer Aufguss

PXL_20260419_075510103 Details Aufguss

PXL_20260419_075530516 deutlich späterer Aufguss

PXL_20260419_081633974 viel späterer Aufguss

PXL_20260419_082410153 Details nasses Blatt

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