• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yiwu
  • Jahrgang: 2003
  • Form: Bingcha, 500g (nur Sample vorhanden)
  • via pu-erh.sk

Das Aroma des Tees nach dem ersten Waschgang erinnert mich an frischen Vollkornteig, der gerade in den Backofen gepackt wurde - etwas sehr "brotiges", leicht nussiges, was sich dann auch im Geschmack fortsetzt: ganz frisches Vollkornbrot, mit einer ganz dezenten Süße, wie man sie bei gekauften Produkten kaum findet und wenn man genau hinschaut sogar einer dezenten Salznote. Das zusammen ruft einen Besuch an der Ostsee vor ein paar Jahren in Erinnerung: Das Hotel, das direkt am Strand steht, hatte eine überdachte Holzterasse, auf der man morgens, wenn man früh genug dran war, in Ruhe auch bei trübem eher nass-kühlem Wetter (es war Oktober) sitzen konnte und sein Frühstück genießen - der Geschmack der Vollkonrbrötchen vermischt sich dann mit der leicht salzigen Meerluft. In den ersten 5-8 Aufgüssen findet sich zudem noch eine schöne Bitterkeit und leichte Adstringez, was sicherlich damit zu tun hat, dass der Tee recht fest gepresst ist, und keineswegs aufdringlich wirkt sondern bereichernde Facetten sind. Das Qi ist ähnlich wie bei dem 2005er YQH Guafengzhai Huangpian ein "Schleicher": man merkt kaum, dass sich etwas tut bis einem auffällt, dass man völlig entspannt ist. Insgesamt ist der Tee absolut klar und rein wie die Tees von Peter (prSK), super ausbalanciert und durch die tolle Lagerung anders als alle Yiwus dieser Altersklasse, die ich bisher hatte - es sticht nichts hervor, keine ledrigen oder holzigen Noten, kein Rauch, der Tee ist absolut rund - es fühlt sich an, als würde man reine Zeit trinken.
Ein wirklich außergewöhnlicher Tee, anhand dem man erleben kann, was wirklich gute Lagerung bedeutet und dass diese auch bei "Boutique-Shengs" funktioniert (man beachte übrigens den ordentlichen Ast, der im Tee war - macht ihn sympatischer und ehrlicher als ein super "glattgeleckter" Tee) - leider etwas, wozu man so gut wie nie die Gelegenheit bekommt und dazu schon gar nicht mit solch einer tollen Lagerung - der Tee hat zwar seinen Preis, der Bing liegt definitiv über meiner Gehaltsklasse und ein 25g-Sample kostet so viel wie manch ein Bing, lohnt es sich absolut das Geld für Bildungszwecke zu investieren!
Bewertung: 6-Sterne

trockenes Blatt

erster Aufguss

zweiter Aufguss

dritter Aufguss

späterer Aufguss

deutlich späterer Aufguss

letzter Aufguss vor der Pause - später geht es weiter, der Tee ist noch lange nicht fertig!

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