• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Menghai, Bulang, Laobanzhang
  • Jahrgang: 2026
  • Form: Bingcha, 250g (nur Sample vorhanden)
  • Pu-erh.sk

Die Zeit vergeht viel zu schnell und ich komme irgendwie nicht mit den Posts zu den diesjährigen Tees hinterher - okay, ich werde auch immer wieder von anderen Tees "abgelenkt" aber trotzdem ... eigentlich wollte ich den Laobanzhang (老班章) direkt nach dem Duoyishu (哆依树) besprechen, nachdem er von diesem als teuerster Tees des Lineups abgelöst wurde aber naja, besser spät als nie. Aber bevor ich zum Tee an sich komme: da es immer wieder zu Diskussionen um die Authentizität des Tees kommt, möchte ich an der Stelle nochmals auf das hinweisen, was Peter auch im Shop schreibt. Das "Geheimnis" warum der Tee zu solch (für authentischen LBZ) günstigen Preis angeboten werden kann liegt in der Arbeitsweise von Liu (Peter's Kumpel vor Ort in China): er unterhält langjährige Beziehungen zu den Tee-Farmern und kauft Jahr um Jahr zuverlässig Tee und so entwickeln sich über die Jahre/Jahrzehnte freundschaftliche/familiäre Bindungen wie in diesem Fall zu einem langjährigen Dorfhaupt von LBZ, dank denen er den Tee zu fairen Preisen bekommt (zu bedenken gilt noch, dass es innerhalb der Gushu-Klasse ja auch deutliche Alters- und somit Preisunterschiede gibt, wie man z.B. bei den diesjährigen Thai-Shengs auch gut sehen kann, da der Preis mit steigendem Alter exponentiell steigt). Und man in Dörfern mit extrem hoher Nachfrage wie LBZ authentisches Material eben nur so bekommt ist die einzige Option für andere Produzenten ohne diese direkte Connection der Weg über Zwischenhändler, was den Tee letztlich natürlich deutlich teurer macht. Natürlich kann man nun sagen "ja warum ist der dann so dumm und gibt den Preis an die Kunden weiter und streicht das nicht ein"? oder "jeder sagt doch, dass er jemand kennt, der jemand kennt" aber letztlich ist es hier wie bei so vielem in der Tee-Welt (im Westen): entweder man vertraut dem Produzenten oder nicht, denn nachprüfen kann man eh nichts (alles viel zu weit weg) und letztlich muss der Tee für sich sprechen. Daher kann ich nur jedem empfehlen mal mit Peter Tee zu trinken (wie z.B. beim Tea Retreat in Rasa), um für sich selbst zu entscheiden ob einerseits der Tee stimmt und andererseits der Produzent hinter seinem Tee steht (und nicht nur Verkäufer ist) - ohne das einfach nur anhand des Preises zu entscheiden "kann ja nicht echt sein" ist zu kurz gedacht (was zugegebenermaßen ohnehin meistens zutrifft wenn man einen Tee nicht getrunken hat). Nach vielen vielen Jahren der Freundschaft mit Peter und unzähligen zusammen (und natürlich auch alleine) getrunkenen Tees, wovon keine einzige seiner Eigenproduktionen qualitativ je enttäuscht hat, muss ich der Transparenz halber aber auch sagen: ich vertraue ihm (und Liu) hier blind und die Tees treffen genau meinen Nerv - bei einem anderen Produzenten wo es diese Connection nicht gibt wäre ich auch erstmal skeptisch aber wie schon erwähnt kommt es letztlich auf den Tee an...
Und wie die letztjährige Version (bzw. Versionen, da es neben der Frühjahrs-Version auch eine Herbst-Version gab) weiß der Tee auch dieses Jahr wieder zu überzeugen. Er startet auch dieses Jahr sehr zart (sogar noch zurückhaltender als letztes Jahr), "wacht" dann aber schnell auf und die für LBZ typische (zumindest für LBZ aus Laomane-Kultivar, LBZ aus Pasha-Kultivar ist anders, siehe auch den spannenden Vergleich den Paolo letztes Jahr ermöglicht hatte), etwas mineralische (bzw. durch eine gewisse Iod-Note gekennzeichnete) Bitterkeit kommt zum tragen. Das 60er F1 Hongni ist hierfür ein guter Kompromiss zwischen einer Zhuni und einer Zini, damit der Tee gut zur Geltung kommt, denn auch wenn die Textur schön dicht ist, ist es doch die Bitterkeit, die den Tee als wahren LBZ auszeichnet: neben der schon erwähnten mineralischen Iod-Note hat sie die kuriose Eigenschaft sich primär auf die Zungenspitze und deren Ränder zu konzentrieren und weniger "breit" zu sein, als beispielsweise die typische Laomane-Bitterkeit. Im ersten Moment (nach dem der Tee aufgewacht ist) hat sie etwas regelrecht schneidendes, wandelt sich dann aber sehr schnell in eine frische Süße. In einer Zhuni kommt das noch klarer zur Geltung, aber mit der Hongni hat man quasi das beste aus beiden Welten - ach und as Qi ist natürlich auch ein wichtiger Faktor bei einem LBZ, auch hier gibt es nichts zu meckern 😅
Bewertung: 6-Sterne

2026 Laobanzhang (prSK)

2026 Laobanzhang (prSK)

2026 Laobanzhang (prSK)

2026 Laobanzhang (prSK)

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