- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: Thailand, Mae Suai, Wawee
- Jahrgang: 2026
- Form: Bingcha, 200g
- pu-erh.sk
Nachdem nun auch andere das Potential des 970 years old tea tree (hier meine Notizen zu der 2025er Version, bis dato mein absoluter Lieblingstee!) erkannt haben und daher kaum noch an Material zu kommen ist, hat Peter dieses Jahr dafür ein 3er Set mit zwar nicht ganz so extrem alten aber dennoch SEHR alten Bäumen im Programm: 750, 766 und 883 Jahre - damit sind sie immer noch älter als 99,9% der Gushu-Produktionen auf dem Markt! Wie in meiner Notiz zum initialen Jahrgang des Maochas aus 2022 beschrieben sind Altersangaben natürlich immer nur bedingt exakt aber die Fotos der Bäume sprechen für sich selbst:

Das entscheidende ist aber nicht, ob die Angabe auf das Jahr genau stimmt, sondern dass es sich um wirklich alte Bäume handelt und es reine Danzhu-Produktionen sind, also je Tee nur Material von einem einzigen Baum (was eben auch erklärt, warum die Produktionsmenge im Gegensatz zu der scheinbar endlosen Menge an Laobanzhang Gushu extrem begrenzt ist, da man bei einem Danzhu nicht mal eben Material von benachbarten Regionen und Xiaoshu reinmischen kann). Dadurch hat man das Maximum an Lokalität/Einzigartigkeit weshalb das 3er Set eine mega spannende Möglichkeit ist, drei wirklich einzigartige Bäume miteinander zu vergleichen - ich liebe so etwas, das ist für mich der Inbegriff von Boutique Pu'erh!
Aber nun zum Tee: vor allem zu Beginn ist er deutlich subtiler als der letzte mind/switch, was (bei gleicher Produktionsweise) dafür spricht, dass der Baum definitiv älter ist - zum Vergleich: hier wird das Alter der Bäume auf 400 - 700 Jahre angegeben (kein Danzhu daher eine Range), Bilder des ältesten Baumes sind bei der Notiz zur 2021er Version zu sehen. Interessant ist eine leicht scharf anmutende Nori-Note im Aroma - das hatte ich bei de bisherigen Thai-Tees von Peter (und das sind mittlerweile ja doch auch schon einige) noch nicht und scheint eine Besonderheit dieses speziellen Baumes zu sein. Wenn sich der Tee langsam öffnet bietet die Geschmacksebene vor allem ein nussig-bitteres Spektrum mit etwas Adstringenz (bei meinem harten Quellwasser) und subtiler Süße, wobei zu betonen ist, dass es sich um eine sehr angenehme Bitterkeit handelt: keine Bulang-artige "voll drauf" Bitterkeit sondern leichter und eleganter. Später in der Session wendet sich dann das Blatt: die Bitterkeit klingt aus und die Süße übernimmt die Führung - wobei es sich hier stets um eine natürlich anmutende Süße handelt. Wenig überraschend sind es aber auch bei diesem "jüngsten" der 3 Tees vor allem Qi und Tiefe, die es mir angetan haben: die Energie wirkt im ersten Moment gar nicht so direkt und stark, breitet sich dann aber schnell im Körper aus und macht den Kopf leicht und frei - ich fühle mich erfrischt (bei der aktuellen Hitzewelle eine ganz ordentliche Leistung) und zufrieden. Diese entrückte Gefühl wie beim 2025er 970yo beschrieben ist auch hier da - wenn auch nicht ganz so stark aber das ist logischerweise keine exakte Wissenschaft und zu 100% subjektiv - aber dennoch für mich ein sehr entscheidender Meta-Faktor, der bei kaum einem Tee anzutreffen ist (nur den wirklich außergewöhnlichen, die an einer Hand abzuzählen sind) und das reine Qualitätslevel transzendiert: wenn mich ein Tee WIRKLICH zufrieden macht ist das mehr wert als jedes Qualitätsversprechen, jede noch so perfekte Produktion und große Namen (mit großem Preisschild). Ich bin gespannt auf die weiteren!
Bewertung: 6-Sterne




