• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Manzhuan, Manlin
  • Jahrgang: 2021
  • Form: Bingcha, 200g (nur Sample vorhanden)
  • Besonderheit: Sonnentrocknung (Shai Qing)
  • Jingsong Yu (via Shui Tang)

Manlin (曼林), ein Dorf im Westen von Manzhuan (曼磚) (was wiederum westlich von Yiwu (易武) liegt) ist für mich ein kaum beschriebenes Blatt: bis auf einen guten 2016er Sheng aus dem damaligen (leider viel zu kurz laufenden) Teaclub von EoT (2 Pakete mit 1-2kg Puerh im Jahr - nicht die jämmerliche 0815 Nachfolger-Version wie sie jeder x-beliebige Teeshop anbietet) und einen sehr guten 2016er von ZSL (der für mich zu den Highlights von ZSL zählt) hatte ich von dort leider noch keinen Tee. Im Grunde aber auch nicht schlimm - so geht man schon nicht mit einer Erwartungshaltung an den Tee, was i.d.R. ohnehin auch wenn man es sich vornimmt kaum vermeidbar ist. Wobei das für heute auch nicht ganz korrekt ist, denn auch dieser Tee hat uns letztes Wochenende sehr gut gefallen ;-)
Im Gegensatz zum Mangzhi von gestern startet der Tee deutlich dezenter - wobei auch das hier relativ ist: im Vergleich zu anderen (jungen) Yu-Shengs ist auch dieser wenig zurückhaltend. Eine schönte tiefe Süße spielt die Hauptrolle, die vor allem zu Beginn durch eine Adstringenz begleitet wird, die den Tee deutlich grüner wirken lässt als den Mangzhi. Zusammen mit der vollen und geschmeidigen Textur hätte ich hier am ehesten auf einen guten (wenn auch etwas adstringenteren) Yiwu getippt, da der Grundcharakter doch tief und ruhig ist - ganz anders als der Mangzhi aber genau so gut! Erwähnenswert ist, dass der Tee für mich von den 2021er Shengs von Yu (einer fehlt noch) bislang das intensivste Qi hatte - wobei man dazu sagen muss, dass auch das eher sanft ist, eine absolute Qi-Keule wird man bei Yu vermutlich nicht finden (auch hier wieder der Hinweis: so viele kenne ich noch nicht von ihm und auch "nur" bis zu dem 3€/g-Level).
Und etwas Off-topic zum Thema Qi: entgegen mancher Diskussionen verdeutlicht die Tatsache, dass man bei einem 20ml-Schlückchen aus dem winzigen antiken Kännchen überhaupt ein Qi wahrnimmt, dass es sich NICHT nur um die Auswirkung von Koffein handeln kann, da die Menge hier schlicht viel zu gering und vernachlässigbar ist. Es handelt sich um 2 - 2,5g Tee oder so und selbst wenn das mit Redbull angerührter Koicha wäre, würden 20ml nicht ausreichen um den Effekt zu erklären.
Bewertung: 5- oder 6-Sterne

2021 Manlin (Yu) trockenes Blatt

2021 Manlin (Yu) erster Aufguss

2021 Manlin (Yu) zweiter Aufguss

2021 Manlin (Yu) dritter Aufguss

2021 Manlin (Yu) späterer Aufguss

2021 Manlin (Yu) deutlich späterer Aufguss

20211114_100611 viel späterer Aufguss

20211114_101802 noch späterer Aufguss

20211114_101838 nasses Blatt

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