- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Yibang
- Jahrgang: 2015
- Form: Bingcha, 250g
- poetischer Name: Kong Shan Ling Yun (空山灵靈韵)
- pu-erh.sk
Als Peter Ende September zu Besuch war (oder besser gesagt die beiden Peters denn er hat noch einen weiteren Tee-Freund mit dem gleichen Namen mitgebracht 😁) hatte er jede Menge toller Tees dabei - vornehmliche verschiedene Rareness 5 Jahrgänge direkt aus Jinghong aber eben auch die 2015er Versionen des Rareness 3 und des Rareness 2, was mich sehr gefreut hat, denn vom Rareness 3 hatte ich mir damals zwar einen Bing gekauft, vom Rareness 2 jedoch nicht - so gibt es immerhin fast ein wiedersehen. Allerdings nur fast denn abgesehen davon, dass der Tee 1 Jahr älter ist, machen sich die 10 Jahre Jinghong-Storage doch deutlich bemerkbar - fairerweise muss man sagen, dass der Eintrag zum 2016er Rareness 2 als einer der sehr frühen Blog-Posts nur mäßig informativ ist (um es gelinde zu sagen), aber man sieht schon an Blatt- und Aufguss-Farbe, dass sich da einiges getan hat.
Aber zunächst eine kleine Anekdote von dem Tee-Treffen zu den beiden Tees: es war Verwirrung pur 😅 Peter hatte die beiden Samples falsch beschriftet und war daher der Ansicht, dass der Rareness 2 aus Yiwu und der Rareness 3 aus Yibang stammt, was man anhand der Blätter absolut nicht sagen kann, da es sich bei den Yibang um eine großblättrige Variante handelt und nicht die markanten kleinen Blätter wie in Yibang häufig anzutreffen und auch anhand des Geschmacksprofils kann man den Rareness 2 nicht unbedingt als Yibang erkennen, da er keine Yibang-typische "Buntheit" aufweist (dazu gleich noch mehr) UND der das Gebiet in Yiwu aus dem der Rareness 3 stammt dazu noch sehr felsig ist und nahe an Yibang liegt (wenn man sich die Karte anschaut grenzt das obere drittel von Yiwu links an die rechte Hälfte von Yibang (östlich von Mansong) an). Es gibt zwar schon Unterschiede aber nicht so eklatant, dass sich da irgendwer sicher gewesen wäre - und meine beiden Blog-Post aus der Anfangszeit von vor 8 Jahren sind da auch keine Autorität - erst die Nachrichten von Liu (Peters Kompagnon) haben dann die Sache final klären können 🙈
Aber nun zu dem Tee: wie schon angesprochen ist das ein eher atypischer Yibang - große Blätter die hervorragend gereift sind und sich nun nach 10 Jahren genau in der "awkward phase" befinden - nur dass die hier weniger awkward und mehr nice ist. Zwar gibt es kaum Frucht oder Süße (dafür eine leichte Bitterkeit) aber irgendwie ist der Tee trotzdem sehr "saftig" - ein Hauch sehr angenehmer Säure die an Kombucha erinnert und auch genau für das steht, was man hier schmeckt: Fermentation. Ich finde das immer etwas schwer zu beschreiben, denn diese Umami-artige Fermentationsnote hat so viele Aspekte (von fleischig über pilzig bis hin zu sauer-saftig) von denen aber keiner einzeln heraussticht sondern die Gesamtheit entscheidend ist. Der Nicht-Tee-Peter (sorry 😂) meinte treffenderweise, dass der Tee etwas von dem 2006er LBZ von Bajiaoting hat, bei dem ebenfalls die Fermentation im Vordergrund steht - vor allem wenn man den Rareness 2 nicht mit 100° malträtiert sondern etwas kühleres Wasser nimmt (damit die Bitterkeit sehr niedrig gehalten wird und die Fermentation nicht überlagert). Nimmt man sich die Zeit und hört in Ruhe hin erhält man einen wunderbar ruhigen und dennoch kräftigen und tiefen Tee, der eine kuriose Leichtigkeit in Geist und Körper bringt, ohne dass man vom Qi-Hammer etwas mitbekommt (soll heißen: man merkt gar nicht dass es wirkt bis man merkt wie sehr es wirkt). Ein unscheinbarer Spitzen-Tee - toll, das ist wirklich eine Rarität!
Bewertung: 6-Sterne, Favorit
etwas große Blätter für das 45ml Zhuni-Kännchen von Pan Jun (潘俊)








