- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Mansa
- Jahrgang: 2014
- Form: Bingcha, 357g (nur halber Bing vorhanden)
- Chenyuan Hao (陈远号)
Paolo hat mir mal wieder Tees einer etwas älteren Serie von CYH zukommen lassen: im Gegensatz zu der Cang Serie (2007-20013) ist die 6FTM Serie im Schnitt etwas jünger (alle 2014), vor allem aber von einem etwas anderen Charakter. Während die Cang Serie im Vergleich zu den modernen CYH-Produktionen (meist) deutlich derber war und wie z.B. der 2003er Manzhuan oder der 2003er Youle vom Charakter her eher an (hochwertige) Factory-Produktionen erinnert haben, ist die 6FTM Serie deutlich dezenter/kultivierter und erinnert eher an z.B. den 2001er Yiwu Pure Gushu - wenn auch nicht auf dem Qualitätslevel, da es auch eher preiswerte Produktionen sind (genaue Preise stehen noch nicht fest, dürften aber ähnlich wie die der Cang Serie sein). Auf jeden Fall aber spannend für preisbewusste Teetrinker, die auf der Suche nach guten semiaged Shengs sind, die das typische Gushu-Boutique-Feeling haben und denen die Cang Serie zu derb war - ohne dabei arm werden zu wollen.
Den Anfang macht der Mansa, der mir von den Tees am besten gefallen hat: das Blatt sieht mal wieder hervorragend aus, schöne große sehr dunkle Blätter mit einigen goldenen Knospen, das im nassen Zustand ein schönes, volles Aroma verströmt - die Tees kommen direkt von CYH und haben daher auch eine super Lagerung erlebt. Geschmacklich hat der Tee auch einen dunklen, etwas kernigeren Charakter, der mir gut gefällt - wenn man ihn aber etwas zu kräftig brüht neigt der Tee etwas zu Adstringenz, da ist die fast gleich alte Cang Version des Mansa (Cang Hong) ausnahmsweise milder, allerdings ist das auch ein Herbst-Tee. Wie dieser hat aber auch dieser Tee ein kräftiges Stoner-Qi und kann dafür aber mit etwas mehr Tiefe und Komplexität punkten -sehr schöner Tee mit großartigem Preis-Leistungs-Verhältnis!
Und spannend natürlich auch der Vergleich von Matteos unglasiertem Schälchen mit einem glasierten Schälchen von Jan Pavek: beide haben eine ähnliche Form und sind daher was die "physikalische Wirkung" (ein flaches, weites Schälchen macht etwas ganz anderes mit dem Tee als ein schmales, hohes) ähnlich, so dass man sich bei dem Vergleich wirklich auf Material/Oberfläche konzentrieren kann. In beiden ist die Textur auf Grund der Form schön voll und dicht, bei dem Schälchen von Jan kommen erwartungsgemäß die Spitzen (Bitterkeit, Adstringenz, kernige Süße) mehr zur Geltung während in dem Schälchen von Matteo die einzelnen Facetten homogener gemischt sind, dafür aber insgesamt kräftiger wirken. Dafür bleibt aber das wirklich tolle, derbe Aroma des Tees im glasierten Schälchen besser haften als im unglasierten - Spaß machen aber definitiv beide 😊
Bewertung: 5-Sterne







