• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Mengla, Manzhuan, Walong
  • Jahrgang: 2025
  • Form: Bingcha, 200g (nur Sample vorhanden)
  • Puerh.uk

Nachdem der 2020er Bingdao Shangbaka für meinen Geschmack etwas zu glatt war, trifft ihn der Walong schon deutlich besser! Dazu sei aber auch gesagt, dass Manzhuan generell eine Region ist, die mir generell sehr zusagt - was wiederum zu der Unterhaltung passt, die ich kürzlich mit Paolo hatte: es gibt sooo viele verschiedene Faktoren, die darüber entscheiden wie hoch die Qualität des Tees ist und vor allem auch wie man selbst für sich diese Qualität definiert (siehe auch Ausführungen im Versteckten Text hier (für alle die es noch nciht gefunden haben: auf das "Gut." klicken). Denn hier hat man bei den einzelnen Faktoren ein sehr großes Subjektivitäts-Spektrum:

  • wie sauber (Pestizide, Dünger, ...) das Umfeld der Teepflanze ist dürfte noch die objektivste sein, denn ungesunde Substanzen im Tee sind niemals gut
  • alter der Bäume könnte man auf den ersten Blick auch als relativ objektiv erachten (desto älter desto besser), allerdings bei genauerem Hinsehen schon gar nicht mehr so sehr: 1st spring von wirklich alten Bäumen (Jigushu) ist ziemlich dezent auf der Geschmacksebene und das Qi ist subtiler, deutlich jüngeres Material (z.B. Dashu) ist da in beiden Bereichen deutlich direkter und wenn es nur um den Geschmack geht kann sogar junges Material (Xiaoshu) überzeugen
  • bei der Verarbeitung kommt es schon ziemlich auf die Vorlieben/Ziele an: je nach dem können Tees über- bzw. unterproduziert werden (wobei es hier jeweils auch verschiedene Varianten gibt, z.B. überproduziert durch zu langes Warten vor dem Shaqing oder zu hohe Temperaturen / zu starkes Shaqing oder zu starkes Rollen/Kneten der Blätter etc.), damit sie z.B. aromatischer sind wodurch sie attraktiver zum direkt trinken werden aber Entwicklungspotential einbüßen (Men Shu 闷熟, das was ich als "grün produzierte Tees" bezeichne, da die Aufgussfarbe grünlich ist, eben mehr in Richtung Grüntee) oder im Gegenteil "roher" bleiben, was die langfristige Entwicklung begünstigen soll, dafür aber frisch kaum trinkbar sind da adstringent und sonst wenig Geschmack/Aroma wenn man das übertreibt (Chao Sheng 炒生). Der mittlere Weg, das traditionelle/orthodoxe Shaqing bei dem man versucht die beiden Extreme auszugleichen, bleibt meiner Meinung nach daher die beste Option.
  • Terroir dürfte das subjektivste sein, denn hier kommt es einzig darauf an, was einem gefällt und was nicht (wie z.B. der Shangbaka einfach nicht meins war)

Das bringt mich nun auch direkt zu dem aktuellen Tee: beide fallen in die selbe Kategorie (1st spring von alten Gushu Bäumen) und laut Paolo ist man auch bemüht eine ähnliche Produktion (ausgeglichen) in den verschiedenen Regionen hinzubekommen, aber wenn die Locals das Shaqing machen ist das natürlich nicht so einfach. Trotzdem sind das zwei vollkommen verschiedene Tees - wo der Shangbaka wie beschrieben sehr zurückhaltend ist, zeigt der Walong mehr von den angesprochenen Ecken und Kanten, die mir dort gefehlt haben: er ist z.B. nicht einfach nur Süß sondern die Süße wird durch eine begleitende Bitterkeit spannend gehalten und das Qi wirkt (bei mir) direkter. Durch diese Bitterkeit wirkt er z.B. deutlich "kantiger" als der 2022er Walong von Yu - eher etwas in Richtung des 2022er Walong von TTpl - aber das kommt mir sehr entgegen: Kanten UND hohe Materialqualität ist gerade bei jungen Shengs (immerhin ist der Walong auch 5 Jahre jünger als der Shangbaka) mein übliches Beuteschema 🙃
Bewertung: 5-Sterne

2025 Manzhuan Walong (prUK)

2025 Manzhuan Walong (prUK)

2025 Manzhuan Walong (prUK)

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