- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Menghai, Mengsong, Naka
- Jahrgang: 2009
- Form: Bingcha, 357g
- Douji (斗记) (via pu-erh.sk)
(Original 17.04.2022)
Nach der tollen Session mit dem Youle von Douji ist heute der Naka von Douji dran: selbe Serie und somit selber Jahrgang wie der Youle und auch dieser Tee enthält neben Material von älteren Bäumen Plantagen-Material. Optisch macht das trockene Blatt zwar keinen so schönen Eindruck wie der Youle, aber das liegt einerseits daran, dass in Naka ja ohnehin der kleinblättrige Kultivar wächst und andererseits das Sample von der recht fest gepressten Unterseite des Bings stammt - davon abgesehen sieht es aber mit der Mischung aus dunklen Blättern und gold-gelben Knospen gut aus. Geschmacklich stellt sich hier jedoch kein so spannender Effekt ein, wie bei dem Youle: primär bitter und adstringent startet der Tee sehr rau, was durch das schwere Wasser noch zusätzlich verstärkt wird (ich hab es etwas übertrieben - Zahnbelag-Feeling!). Hier merkt man auch deutlich den Plantagen-Anteil: die Bitterkeit ist zwar schon typisch für Naka, aber es fehlt die tiefe Würze, wie es bei einem richtig guten Naka (z.B. der 2015er Naka von Peter, der ist aber auch reines Gushu) dazugehört - der Tee geht eher in Richtung des 2012er Naka von TdC, allerdings sehr viel derber/rauer mit einem klassischen Old School Feeling. Selbst etwas gröbere Boutique-Nakas wie der 2019er Naka Qiao Mu von TTpl wirken im Vergleich zu diesem rauen Oldschool Charakter regelrecht zahm - aber glücklicherweise ist dieser wie beim Youle von einer sauberen, nicht-sauren Art (was den typischen Massenwaren Factory-Sheng ungenießbar macht). Der Tee ist alles in allem gut trinkbar, wenn man Lust auf diesen Charakter hat und im Gegensatz zum Youle hat er auch etwas mehr Qi - zwar auch hier kein Vergleich zu einem Boutique-Gushu Sheng aber die liegen dann auch preislich auf einem anderen Level. Für mich erfüllt der Tee seinen Zweck: der Pu-Durst wird befriedet! Zu Vergleichszwecken sei auch hier der Blogpost von Hobbes empfohlen.
Und da heute Ostern ist noch eine nette Anekdote: gestern habe ich bei der Quelle, an der ich mein Wasser hole eine alte Dame getroffen, die "Osterwasser" geholt hat - abgesehen davon, dass ich wieder etwas dazugelernt habe, fügt es der Session noch ein weiteres Element hinzu, das zum heutigen Tag passt (wenn auch technisch nicht ganz korrekt, da ich die bei Wikipedia genannten Kriterien natürlich nicht erfülle).
Bewertung: 4-Sterne
(Update 24.08.2025)
Neben dem hübschen Youle hatte ich mir damals auch einen Bing von dem Naka gekauft, da das Preis-Leistungs-Verhältnis gut ist/war - höchste Zeit hierzu ein Update zu machen, da ich kürzlich auch ein paar etwas teurere Douji-Samples gekauft habe 😅
Wie bei meiner ursprünglichen Besprechung bereits beschrieben ist das ein recht derber Kollege, was aber gut zu dem passt, was Naka für mich repräsentiert: straight in your face Bitterkeit gepaart mit oldschool Derbheit und in diesem Fall einer guten Reifung (mit ein Hauptgrund, weshalb ich mich damals für den Bing entschieden habe). Der Youle hat in den meisten Metriken die Nase vorne, lediglich die Textur ist beim Naka voller (wie man im Detailbild sehr schön sehen kann) - dennoch ein schöner Tee, wenn man mal etwas unkompliziertes, oldscholl-artiges Derbes haben möchte. Für diese Art von Tee liebe ich übrigens die aus sehr groben Ton gefertiten kleinen Teekännchen von Petr Novak wie das hübsche kleine Shino-Teeset - der stark abrundende Charakter macht bei der Adstringenz absolut Sinn!

















