- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China, Yunnan, Xishuangbanna, Menghai, Mengwang, Mannuo
- Jahrgang: 2026
- Form: Bingcha, 250g (nur Sample vorhanden)
- Pu-erh.sk
Seit langem hat Peter dieses Jahr mal wieder ein Mannuo (曼糯) im Programm: der letzte stammt von 2019. Wobei hier das weniger bekannte Dorf in der Region Mengwang (勐旺) und nicht Bulang gemeint ist, das nahe der Grenze zwischen Xishuangbanna und Puer liegt - Peter schreibt dazu auch noch einiges wissenswertes im Shop.
Doch bevor ich mit dem Tee starte zunächst einmal ein Wort zum heutigen Yixing-Kännchen: dabei handelt es sich um eine Leihgabe von Robert (oolongs_puerh) und zwar eine in Taiwan recht bekannte Form namens "black column". Woher die Säule im Namen kommt dürfte dem Kännchen sehr eindeutig anzusehen sein und die schwarze Farbe ist dem Ton zuzuschreiben: Heitiesha (黑鐵砂). Das ist definitiv das fancieste Yixing-Kännchen, aus dem ich bislang Tee getrunken habe: eine völlig andere Formgebung die perfekt dem Zeitgeist der späten 70er / frühen 80er entspricht und eine im Westen eher unbekannte Ton-Sorte. Manche sagen, das sei nur ein in Taiwan genutzter anderer Name für Heini (黑泥) wobei Heini verschiedene Yixing-Sorten umfasst, andere wiederum sagen das sei eine eigenständige Ton-Sorte, da sich F1-Heitiesha-Kännchen anders verhalten als andere schwarze F1-Kännchen. Da es aber alleine schon nicht ganz klar ist, was genau dieser Ton eigentlich ist (natürliches Vorkommen? Mischung aus anderen Yixing-Sorten? warum gab es diesen Ton dann nur in den 70ern und 80ern?) verweise ich an der Stelle lieber auf den hervorragenden Blog-Post zu dem Thema von Felix (on.tea.and.clay), wo er ausführlicher auf den Ton und die 7 verschiedenen F1-Formen eingeht. Dieses konkrete Kännchen ist (soweit man das erkennen kann) gestempelt mit 荊溪陳製 (Jingxi Chenzhi) und 南楚 (Nanchu) - entsprechend dem Blog-Post bedeutet das also, dass das Kännchen von dem Töpfer Nanchu gefertigt wurde, der unter Arbeitsgruppenleiter Chen gearbeitet hat (Jingxi ist der alte Name von Yixing) - Danke nach Taiwan für die Hilfe bei der Übersetzung! Super spannend das alles und zeigt einmal mehr, wie viel weiter der Kaninchenbau noch geht 😅
Aber nun zum Tee: er startet wie der Laobanzhang eher etwas zurückhaltend, etwas undefiniert grünlich süßlich - aber ab dem zweiten oder dritten Aufguss blüht er regelrecht auf! Er erinnert mich stark an Hanuta durch schön nussige Röstnoten und einer schokoladigen dunklen Süße - begleitet durch eine angenehme Bitterkeit und Adstringenz, was die Mischung erstaunlich frisch wirken lässt (mit dem Black Column muss man aber etwas aufpassen, dass man nicht überbrüht, da es sehr dickwandig ist). Peter hat das deutlich eleganter beschrieben als ich mit meiner Hanuta-Referenz aber worauf es ankommt ist diese spezielle Nussigkeit, die sich übrigens durch nahezu alle Jahrgänge zieht. Außergewöhnliches Geschmackserlebnis, das einen Großteil des Charakters des Tees ausmacht - zwar ist auch das Qi interessant, da es sich kurioserweise sehr auf die Mitte der Stirn konzentriert (etwas wie bei manchen Nakas wenn auch nicht so stark), aber das Highlight ist unangefochten der Geschmack!
Bewertung: 5-Sterne



