• Kategorie: Pu'erh, Sheng
  • Herkunft: China (Blend)
  • Jahrgang: 2021 (Pressung)
  • Besonderheit: Material stammt von unterschiedlichen Jahrgängen
  • Form: Bingcha, 200g (nur Sample vorhanden)
  • Essence of Tea

Der 2021er Sheng, der keiner ist: dieser Blend setzt sich aus Material unterschiedlicher Jahrgänge (Details werden nicht genannt, nur dass es KEIN 2021er Material ist) aus unterschiedlichen Regionen zusammen - genannt werden Yiwu Guoyoulin (国有林) Gärten, Gua Feng Zhai (刮风寨), Bulang (布朗) und "some other single trees". Auf Grund des unbekannten Alters (auch wenn das Blatt noch grünlich ist und daher nicht all zu alt sein kann) liegt man mit dem Huang Long Shan (黄龙山) Zhuni (朱泥) Kännchen von Chen Tu Gen (陳兎根) sicher nicht falsch und für etwas "experimentellen" Charakter sorgen das Tamba-yaki (丹波焼) Yuzamashi und Guinomi von Masafumi Ohnishi (大西雅文) - natürlich mit einem neutralen Schälchen zur Kontrolle. Hier fällt die Wahl auf ein schlichtes, bläuliches Porzellan-Schälchen der Keramik-Marke "Fangxia" (放下)" (wörtlich "hinlegen/ablegen/loslassen" - ob es da noch eine tiefere Bedeutung gibt, die sich nicht im Wörterbuch findet?) von EoT, dessen schlichtem Äußeren gar nicht ansieht, was dahinter steckt: die Asche-Glasur stammt vom letzten lebenden "Chinese National Treasure", von Hand verarbeiteter Ton und gebrannt wurde im Holzbrand - ein wirklich tolles Schälchen von super Qualität, das sich performance-technisch locker mit sehr viel teureren Schälchen messen kann und Dank Verzicht auf aufwändige Bemalung verhältnismäßig preiswert angeboten werden kann!
Zum Tee an sich: insbesondere im Vergleich zu den anderen 2021er Shengs fällt auf, wie kleinteilig das Material ist - das mag zum einen daran liegen, dass das Sample von direkt neben dem Binghole stammt und daher mehr Bruch enthält als an der Bing Außen-/Oberseite, aber bei genauerer Betrachtung fallen auch unversehrte kleine Blätter auf - evtl. stammen manche der "other single trees" aus Yibang oder Umgebung? Jedenfalls war die Wahl der Tamba-Stücke genau das richtige (da hiermit die Adstringenz und Bitterkeit gezähmt werden kann), denn die ersten 3 Aufgüsse sind sehr unangenehm adstringent, was selbst die bittere Kante des Bulang-Materials völlig überdeckt - das wandelt sich ab dem vierten Aufguss recht schnell in eine intensive Süße (hier meldet sich GFZ zu Wort), bleibt im Hintergrund aber durchgängig bestehen. Außerdem leidet der Tee wie die meisten regionsübergreifenden Blends an einem verschwommenen Chrarakter und mangelnder Klarheit - zwar nicht so verwirrend wie manch andere aber auf Basis der bislang genannten Faktoren hätte ich den Tee maximal mit 2-Sternen bewertet - auch wenn das Ausgangsmaterial stimmt brauchen regionsübergreifende Blends locker 10 - 15 Jahre, bis sich die einzelnen Komponenten "verbunden" haben und sie wirklich etwas taugen (siehe z.B. die von prSK angebotenen älteren Tees von Liming, Ying Hao oder Tongqing Hao), ansonsten sind Single Origin Tees (auf dem selben Qualitätsniveau) IMMER in allen Punkten überlegen (zumindest für meinen Geschmack). Aber zwei andere Faktoren führen dazu, dass der Tee trotzdem positiv überrascht: zum einen hat er eine sehr schön dichte, schwere Textur und zum anderen hat der Tee viel Kraft mit einem entspannten Qi, was mir wiederum sehr gut gefällt - dadurch hat sich der Tee auf jeden Fall einen Punkt mehr verdient, wenn man die trübe Geschmacksebene ignoriert evtl. sogar noch mehr. Definitiv ein Tee, bei dem es interessant wäre zu sehen, wie er sich in einigen Jahren entwickelt - aber abgesehen davon, dass keine Bestellung von Deutschland aus mehr möglich ist, gefällt er mir dann für den aufgerufenen Preis doch nicht genug.
Bewertung: 3- oder 4-Sterne

2021 Morsels (EoT) trockenes Blatt

2021 Morsels (EoT) erster Aufguss

2021 Morsels (EoT) zweiter Aufguss

2021 Morsels (EoT) dritter Aufguss

2021 Morsels (EoT) späterer Aufguss

2021 Morsels (EoT) deutlich späterer Aufguss

2021 Morsels (EoT) Details Aufguss

2021 Morsels (EoT) Details nasses Blatt

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