- Kategorie: Pu'erh, Sheng
- Herkunft: China
- Jahrgang: 2000
- Form: Bingcha, 330g
- Lin Ping Xiang (via Essence of Tea, nicht mehr verfügbar)
(Original 23.07.2016)
Sehr kräftig, holzig und trotz Alter noch leicht rauchig und adstringent.
Bewertung: 6-Sterne
(Anmerkung: Der Bing ist sehr fest gepresst.)
(Update 24.03.2018)
Ein etwas offenporigeres Kännchen zügelt den Tee etwas, das Resultat ist ein sehr schön warmer Aufguss mit einer prägnanten "alte Bücher"-Note.
(Update 16.02.2025)
Nach dem Purple Stamp gestern musste heute zum Vergleich der Green Stamp von Lin Ping Xiang ins Kännchen. Passenderweise hatte ich vor einer Weile von Paolo ein Sample bekommen, was länger in Asien lagern durfte, daher dachte ich, das eignet sich besser für einen Vergleich, da mein Bing ja nun doch schon knapp 10 Jahre EU-Storage hinter sich hat.
Wie man am losen Blatt sieht hatte ich das mit dem Blatt falsch in Erinnerung: auch die Green Stamp Version hat durchaus schönes Blatt wenn man es vorsichtig löst - wobei es natürlich immer etwas darauf ankommt, von wo im Bing das Material stammt (Unterseite ist weniger hübsch wie die Oberseite, außen schöner als innen etc.). Es ist vielleicht einen Tick bräunlicher (wobei die Lichtstimmung des Tages eine große Rolle spielt, da ich ja nur nebenbei mit dem Handy fotografiere und über keine professionelle Ausrüstung verfüge) aber ansonsten so gut wie nicht voneinander zu unterscheiden. Auch die Aufgussfarbe ist identisch - um so mehr war ich über die großen Unterschiede erstaunt! Die initiale Notiz von 2016 könnte genau so gut auf den Purple Stamp zutreffen ... passt aber kaum zu diesem Tee: keinerlei Rauchigkeit, so gut wie keine Bitterkeit und insgesamt ein eher weicher, sanfter Tee - lediglich die nach wie vor vorhandene Adstringenz passt noch zu der Notiz. Was ist da los? Falscher Tee im Sample obwohl alles optische passt? Super-duper-fast-aging-asia-storage? Das hat mir keine Ruhe gelassen also hab ich meinen Bing herausgekramt und mein anderes antikes Zhuni bemüht (so sind beide Tees zwecks Vergleichbarkeit in einem antiken Zhuni gebrüht) - und war noch mehr verblüfft, da hier das Ergebnis sehr ähnlich war! Zwar hat meine EU-Version schon noch etwas mehr Kanten und Pfeffer aber dennoch: beide Varianten sind im Vergleich zum Purple Stamp ungleich sanfter und eleganter - eigentlich hätte ich das umgekehrt erwartet, da schließlich dieser ein Jahrzehnt mehr in Malaysia zugebracht hat. Hier wäre jetzt der Shopeintrag von damals spannend zum Vergleich, ob sich die Tees damals schon so sehr unterschieden haben oder nicht - dass ich damals aber nicht komplett falsch lag zeigt auch das Video von TeaDB von vor 9 Jahren. Wobei anzumerken ist das einerseits "sanft" hier nicht schwach meint, denn Qi hat der Green Stamp sogar etwas mehr als der Purple Stamp, sondern sich primär auf die Geschmacksebene bezieht und andererseits "elegant" sehr relativ ist (elegant im Vergleich zu einem rauchig-adstringent-bitterem Purple Stamp ja, elegant im Vergleich zu einem Boutique-Sheng ala Yu nein). Zumal sich in der Grundblattnote (also dem Basis-Geschmack des Blatts, wenn der Tee quasi fertig getrunken ist und die spannenden Aromen und Storage-Noten so gut wie weg sind) beim Purple Stamp eine dezente Kompost-Note zeigt, was eindeutig für ein viertel Jahrhundert feucht-warmes Malaysia-Klima spricht wohingegen der Green Mark (beide Versionen) clean ist - was ja eigentlich auch eher dafür sprechen würde, dass der Purple Mark weicher sein sollte. Man lernt nie aus - ich würde letztlich beide Tees aber dennoch gleich bewerten (und somit den Green Stamp deutlich niedriger als in der initialen Euphorie, was nicht bedeutet, dass der Tee schlechter geworden ist, sondern lediglich, dass sich meine Wahrnehmung und Vorlieben verändert haben).
Bewertung: 4-Sterne
Update (24.03.2018): erster Aufguss
Update (16.02.2025): Details trockenes Blatt















